Eine Verabredung zum Kaffee

Es ist Montag und ich bin genervt. Ich bin echt genervt. Hier läuft alles irgendwie unrund. Ich habe bis jetzt gebraucht, um überhaupt ein wenige Struktur in dieses Gewusel zu bekommen… Immerhin ist es jetzt auch schon fast wieder Feierabend. Und während ich & meine Kopfschmerzen uns hier etwas selbst bemitleiden (ich könnte mich auch noch über das Wetter aufregen), schreibt mich ein Kollege an.

Ich hole dafür mal kurz etwas aus, denn die Mädels, die meinen Blog schon länger lesen, kennen den besagten Kollegen bereits, aber für die neuen Leser stelle ich ihn mal kurz vor:

Wir haben uns vor 10 Jahren abends in einem Club getroffen. Ich saß neben ihm an der Bar, als er mich angesprochen hat:

„Wir arbeiten in der gleichen Firma…!“

„Stimmt – da trägst Du aber Deinen Ehering.“

[Ich konnte mir den Spruch nicht verkneifen, weil der Abdruck von seinem Ehering überaus deutlich zu sehen war.]

Seit diesem Abend sind wir miteinander befreundet. Er hat für mich immer ein offenens Ohr und im Gegenzug höre ich mir seine wirklich abenteuerlichen Sex & Ehegeschichten an. Als er noch hier wohnte, hatten wir wirklich viel Kontakt. Seine Frau ist aus Russland importiert, und die beiden haben 2 gemeinsame Kinder. Ich habe seine Frau mal gefragt, warum es ausgerechnet ER war, den sie angeschrieben hat. Ihre Antwort: Er war der letzte auf meiner Liste, aber der einzige Mann, der geantwortet hat. Kann es eine schönere Liebeserklärung geben? *hüstel*

Vor ein paar Jahren sind sie nach Berlin gezogen, weil er in seine Heimatstadt zurückkehren wollte, und die Firma ihm dort eine gute Position angeboten hat, die er erst recht nicht ausschlagen konnte. So weit zu den Randoom-Facts.

Besagter Kollege schrieb mich also grade an: „Babe – ich bin morgen bei Dir in der Firma, wir haben ein Meeting mit xy.Trinken wir im Anschluss einen Kaffee zusammen?“

20 Minuten später finde ich den Tag schon nicht mehr ganz so schlimm, auch wenn ich mit einem „to much information“  seinen Schreibfluss nicht stoppen konnte…. So weiß ich jetzt, dass er das letzte Mal vor einem halbe Jahr mit seiner Frau Sex hatte, die beiden noch immer in getrennten Betten schlafen, es den Kindern dafür gut geht, und dass er sich seine Jugendliebe noch immer nicht aus dem Kopf geschlagen hat. Sein Angebot, dass nach all den Jahren schon obligatorisch zu jeder Unterhaltung zwischen uns dazu gehört, habe ich ausgeschlagen. Wie immer. Zum Glück keine neuen Frauengeschichten seit unserem letzen Gespräch, so dass ich vor weiteren Details verschont blieb.

Dieser Mann wird sich in diesem Leben nicht mehr ändern, aber damit muss er leben und ich lebe dafür mit meinen Kopfschmerzen, die immerhin langsam besser werden. 😉 Mal schauen, was er morgen zu berichten hat….

Schönen Start in eure Woche!

Murphy´s Law und Montagsansichten

Boaaaahh!!! Wisst ihr was Urlaub ist? Ein Werk des Teufels! Ich drehe hier den ganzen Tag schon im oberen Bereich. Ich fühle mich im oberen Bereich eigentlich recht wohl, aber es kommt immer wieder etwas neues dazwischen. Ich habe einen Murphy´s-Law-Tag, und zwar ein ganz ausgewachsenes Exemplar davon erwischt. Es kann nur besser werden, oder? Wehe wenn nicht! Ich habe nicht mal den Hauch einer Idee, wo die letzten 10 Stunden hin verschwunden sind. 3 Sätze geschrieben, 8 neue Mails: Ich werde hier heute rammdösig. Getoppt hat das grade ein Kollege, mit dem ich sonst nichts zu tun habe. Ich hatte mich schon gewundert, als ich seinen Namen im Display gelesen habe,und vor meinem inneren Auge brach schon die Katastrophe über mich herein, da lautet sein erster Satz:

„Ich habe zum Geburtstag einen Smoker geschenkt bekommen.“

[hääääääääää] „Ah ja!!! Und was habe ich damit zu tun?“

„Mir wurde gesagt, dass Du die perfekte Mischung für einen Dry Rub kennst, und ich wollte fragen, ob Du mir die auch gibtst?!“

*IRRELACH*

„Klar, willst Du noch ein paar von meinen Mails, und eine Portion Pommes dazu?“

Nein, er hat nett gefragt, das Rezept ist eh abgespeichert, von daher hat er es auch bekommen. Irre Bude hier.

Wie sieht es bei mir sonst aus? Gut! Ich habe in den letzten beiden Wochen viel über mich gelernt, halten wir das doch einfach mal kurz fest:

Meine Menschenkenntnis ist nicht so gut, wie ich bisher dachte.

Dieser Punkt lässt sich so schnell nicht ändern. Beruflich kann ich solche Dinge schneller eleminieren. Da habe ich Daten, Fakten und MiniTab – für den privaten Gebrauch führen diese Werkzeuge leider in eine Sackgasse. Obwohl? Ha! Stimmt gar nicht. Mit der Nullhypothese komme ich da doch weiter! Annahme: Meine Menschenkenntnis ist im Eimer! Ich sollte also bei Gelegenheit mal auf die Wahrscheinlichkeitsverteilung und ein paar Zufallsvariablen schauen, ob ich die These annehmen oder ablehen kann. Das wird heute aber nichts mehr. In meinem Kopf heerscht der reinste Overflow. Voll. Nichts geht mehr.

Schreiben macht frei.

Ich schreibe in letzer Zeit so viel. Vor allem schreibe ich viele Mails. Der Vorteil an Mails: Man bekommt Antworten und wird auch mal gezwungen in eine ganz andere Richtung zu denken. Es ist vielleicht nicht immer das dabei, was ich gern hören möchte, erstaunlicher Weise aber oftmals doch! Also: Ich bin zwar hin und wieder leicht bescheuert, aber ich ticke noch im grünen Bereich. (Das auch als Memo an euch, falls ihr in letzer Zeit daran gezweifelt hab. Aber ich muss euch auch enttäuschen! Die Aphrodite bleibt. Die rollt allerdings sehr selten genervt mit den Augen, das ist eher mein Part in unserer Beziehung)

Ich konzentriere mich auf Menschen, die mir gut tun

Und das ausnahmslos! Das Gute daran: Es gibt viele Menschen in meiner Umgebung, die mir gut tun. Und die mir auch gerne gut tun! Das Schlechte: Manchmal machen sich meine Gedanken noch selbstständig. Nicht was ihr jetzt denkt: Ich schaffe es wirklich prima selbstständig zu denken, aber ich konzentriere mich lieber darauf, dass ich mich an positive Dinge halte. Es bringt nichts über die Vergangenheit nachzudenken. No added Value!

Ich unterscheide nicht mehr zwischen Zufällen & Schicksal

Der Picco antworte ich nachher ausführlich auf ihren Kommentar (euch anderen natürlich auch). An dieser Stelle möchte ich nur festhalten, dass es eigentlich keine Rolle spielen sollte, ob etwas einfach passiert, oder ob es es vorherbestimmt ist. Been there – done that! Es geschieht sowieso. Das macht das Leben nämlich. Es lebt einfach…. Und das wirklich fiese Ding: Es klebt hinterher kein Post it dran. Schöne Grüße, Dein Schicksal war hier. Von daher: Alles kommt, wie es kommt. Da haben die Kölner eigentlich eine ganz schöne Lebenseinstellung entwickelt.

So – und wie ich eben gesehen habe, hat die Nadine-Nicole mich für den Liebster Award nomiert! Dankeschön 🙂 Ja, ich mache mit. Mein Eintrag dazu erfolgt dann morgen an dieser Stelle. Ich hoffe ihr hatten einen etwas ruhigeren Start in die neue Woche! Ich habe noch eine kleine Konfettikanone für euch (und mich): Auch diese Woche hat einen Freitag!

Peppa und der Bunny-Hunter

Ich mache in dieser Firma echt einen Streifen mit. Und was für einen.  Jemand Interesse an einer peinlichen Story? Immer? Also los:

Ich habe einen Kollegen, der sitzt im Büro nebenan. Dieser Kollege ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, zumindestens fällt mir das schwer. Ich habe so einen Menschen nämlich vorher in meinem ganzen Leben noch nie kennengelernt. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, gebe ich einfach mal an paar Details:

34 Jahre, typisches Bad-Boy-Image. Ich kenne sämtliche Einzelheiten seiner kompletten Frauengeschichten und deren sexuellen Vorlieben, vor allem weiß ich auch Dinge, die ich gar nicht wissen will und wissen wollte. Es passsiert oft, dass ich zu ihm sage: Stopp – bitte nicht noch mehr Details. ICH!! Ja, genau ich! Obwohl ich sonst bestimmt nicht zimperlich bin, und so weit weg von prüde bin, wie es nur eben geht. Er nimmt sich die Frauen, wie er da grade Lust zu hat. Der Menge an Geschichten zu urteilen, gibt es viele willige Frauen da draussen, aber egal! Ich möchte nur, dass ihr euch ein Bild machen könnt. In seinem Job ist er 1A mit *, allerdings weiß so gut wie jeder hier, dass er ein echter Bunny-Hunter ist. (Ich habe versucht das möglichst höflich auszudrücken, wie ihr vielleicht festgestellt habt.)

So, wir rufen uns jetzt nochmal kurz in Erinnerung, dass ich in einer seeeeehr großen Firma arbeite, ok? Was passiert in großen Firmen? Es wird geredet. Es wird viel geredet. Es werden Gerüchte in Umlauf gebracht, die an den Haaren herbeigezogen sind, sich aber trotzdem über Jahre halten. Hier möchte ich noch kurz anmerken, dass es dafür auch einen offiziellen Namen gibt: Flurfunk – der nicht ohne Grund seinen Ursprung in unserer Produktion findet. Eine riesige Halle voller Kerle, die im Übrigen nicht weniger (hahahaha), sondern eher viel mehr reden, als ich das von den Büroleuten mitbekomme. Ich bekomme das deswegen so gut mit, weil ich beruflich viel mit der Produktion zu tun habe, denn ein Großteil meines Teams ist ein Teil davon.

14 Uhr. Bunny-Hunter betritt  mein Büro.

„Du musst mit mir eine rauchen gehen. Ich brauche auch dringend einen Kaffee!“

„Ich muuuuuuss?“

„Ja – Du warst letzte Woche nicht da. Mein neuer Chef aus Amiland war da. Ich erzähl Dir davon!“

(Ja, er weiß was zu tun ist. Mein zweiter Name ist Neugierde)

„Dann los!“

Auf dem Weg in die Kantine, erzählt er mir dann also, wie die unterwegs auf Kundenbesuch waren, und eigentlich nach Frankfurt fliegen wollten, die Lufthansa aber gestreikt hat, und er dann kurzentschlossen, seinen Chef dazu überredet hat, mit ihm zu seinen Eltern zu fahren, die dort aus der Gegend kommen, damit die zwei nicht bis 3 Uhr nachts im Auto sitzen müssen. (Kein Mensch, den ich kenne, würde seinen obersten Amichef mit zu seinen Eltern schleppen! NIEMAND macht so etwas…er schon)

Wir betreten also die Kantine, in der zu dieser Zeit mein komplettes Team sitzt und auch sonst nur noch Werker aus der Produktion. Ich muss nicht besonders betonen, dass man eh schon schief (aber mit Augenzwinkern) angesehen wird, wenn Frau mit dem Bunny Hunter on tour ist? Ok?  Wir sind also unter wachsamen Augen bei der Kaffemaschine angekommen. Ich winke freundlich zu dem Tisch von „meinen Männern“ , während er mir garde davon erzählt, wie seine Eltern in der Haustür seinen neuen Chef begrüßen.

„Mein Vater streckt ihm die Hand aus, und begrüßt ihn sogar auf englisch.“

[er streckt mir seine Hand entgegen]

[ich gucke verwirrt, nehme die Hand aber nicht, warum soll ich einem Kollegen mit dem ich in die Kantine gehe, und schon viel längere Zeit als notwendig vor dem ollen Kaffeeautomaten stehe, auch noch die Hand geben]

[er nimmt seine Hand endlich runter]

[ich will nur noch aus der Kantine,  weg von den fragenden, lächelnden Blicken anderer und vor allem MEINER Kollegen]

Da setzt er von neuem an:

„Und meine Ma hat so gemacht.“

[Umarmung]

Und so stehe ich in der Kantine, die randvoll mit den schlimmsten Klatschkerlen gefüllt ist, und werde vom Bunny Hunter vor der Kaffeemaschine umarmt. Eines muss ich aber sagen: Es war in dieser Kantine noch nie so still wie in diesem Moment….

Ich wünsche euch einen tollen 1. Mai, und lasst euch auch mal wieder umarmen, es muss ja nicht immer ein Bunny Hunter sein.

Energieräuber

Kennt ihr das auch? Ihr habt eine Person in eurem Umfeld, die in Euch eine gewisse Grundaggressivität weckt? Wenn nicht: Seid froh! Ich habe leider so eine Person in meinem Umfeld. Sie sitzt mir an 2 Tagen in der Woche direkt gegenüber. Da ich eine Frau bin wurde mir das Gen für Lästern und Rumzicken bereits in die Wiege gelegt – daher sei mir der kommende Gefühlsausbruch zu verzeihen: Ich bekomme schon kribbelige Füße, wenn diese Frau auf den Parkplatz fährt und ich genau weiß: Mist aus der Nummer wirst Du heute nicht rauskommen. Sie ist weder krank noch hat Urlaub, also wird sie in spätestens 2 Minuten die Tür aufmachen und ihr billiges Fuselparfüm im Raum ausbreiten. Das Zeug stinkt dermaßen penetrant, dass kein männliches Wesen sich ihr aufgrund des wohlreichendes Geruchs freiwillig nähern würde (kann ich mir zumindestens nicht vorstellen) – ihr Mann scheint damit kein Problem zu haben – ich vermute, dass er ein Problem mit seiner Nase hat, seit sie ihn dazu gezwungen hat sich unters Messer zu legen, damit er nicht mehr schnarcht, anscheinend kann er seit der OP auch nicht mehr riechen. Glück für ihn. Aber mein Pech, denn die nächsten 8 Stunden muss ich da jetzt durch.

 

An dieser Person macht mich wirklich alles wahnsinnig. Die Art wie sie spricht, das WAS sie spricht und ihre ganze Art. Es mag sich wahrscheinlich bescheuert anhören, und dessen bin ich mir sehr wohl bewusst, aber alleine ihre Art auf der Tastatur rumzuhämmern treibt mich in den Wahnsinn. Je weiter der Tag voranschreitet, desto gereizter werde ich. Um zumindestens nichts von ihr zu hören zu müssen, helfen dann nur meine InEar Kopfhörer und laute Musik. Durch die laute Musik bin ich zwar gezwungen mit einem Auge ständig auf mein Bürotelefon zu schielen, aber ich bin ja multi-tasking-fähig und nehme das gerne in Kauf. Ich würde so ziemlich alles machen, nur um aus ihrem Dunstkreis zu kommen..

 

Auf den Ohren hatte ich gestern Milky Chance. Sein Album „Sadnecessary“ ist wirklich super – da ich es allerdings in Endlosschleife gehört habe, und am späten Nachmittag schon soweit war, dass ich jeden Song hätte mitsingen können, bin ich dann auf Martin Garrix „Animals“ umgeswitched und muss sagen: Deutlicher Sieger in der Kategorie der „Ich- will-NICHTS-von-der-Person-gegenüber-hören-Musik“!

 

Da kann ich nur hoffen, dass der schnellstens ein Album auf den Markt bringt, damit ich nicht an 2 Tagen in der Woche in der Animal-Schleife hänge oder zu schielen anfange 😉 Auch wenn es nicht den Anschein macht, aber unter normalen Umständen bin ich eigentlich ganz friedfertig, gut – als handzahm würde und werde ich mich wohl nie bezeichnen, aber ich freu mich jetzt schon, dass ich sie für diese Woche nicht mehr sehen & hören muss. Wenn ich eine von diesen typischen: Ich mag / ich mag nicht Listen ausfüllen müsste, würden die (ich mag nicht) Eigenschaften dieser Tante den Umfang von Shades of Grey Teil 1- 3 übersteigen. Obwohl – wenn ich eine Peitsche hätte, dann…… Nein – böse Peppa!