Elektroschocks gegen Homosexualität vs. Liebe wen Du willst

Manchmal steht mein Mund so weit offen, dass ich denke – scheisse – gleich renkst Du Dir den Kiefer aus. Dieses Phänomen habe ich soeben wieder erlebt. Was passiert ist? In meiner Frühstückspause habe ich Zeitung gelesen und bin auf einen Artikel mit der folgenden Headline gestoßen: „Elektroschocks gegen Homosexualität“ Ein junger Chinese hat sich in seinem Heimatland in eine Klinik begeben, die ihn mittels Elektroschocks & Hypnose von seiner Homosexullität „heilen“ sollte.

ALTA! Wie kann so was sein? Bei solchen Artikeln fühlt man sich wirklich mit einem Arschtritt zurück ins Mittelalter versetzt….. Die sogenannte Reparativtherapie ist extrem gefährlich, auch wenn das Krankenhaus dem jungen Mann glaubhaft versichern konnte, dass die paar Elektroschocks sich höchsten wie Mückenstiche anfühlen werden, und echt kein großen Ding wären. Tja…. das war aber nicht der Fall. Komisch…. Der Chinese leidet nun an körperlichen und psychichen Schäden und hat die Klinik aus diesem Grund verklagt. Ach ja – die Internetsuchmaschine mit der er auf diese Klinik aufmerksam wurde, hat er direkt mitverklagt.

Wie die Sache ausgehen wird, weiß man nicht, allerdings ist es die 1. Klage überhaupt gegen diese „Therapie“. Da kann man nur hoffen, dass sie in Zukunft ganz verboten wird- allerdings stufte China bis 2001 Homosexualität auch noch als psychische Störung ein… die hat der Mann jetzt noch dazu bekommen.

Wie fragte sich schon Herr Adenauer:

Ist es nicht schrecklich, dass der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine?

Wer den ganzen Tag Radio hört, wird wohl auch nicht an dem Song von Hoizer vorbei gekommen sein. „Take me to church“ – wie gut, dass wir solche Künstler haben, die sich mit ihrer Musik für die Gleichberechtigung einsetzen und eine Message haben: LIEBE WEN DU WILLST! Toller Künstler, der in diesem Song mit der Kirche und homophoben, intoleranten und dummen Menschen abrechnet!

 

 

Eigentlich habe ich zu viel auf dem Schreibtisch, um mich auf meinem Blog rumtreiben zu können, aber manche Dinge sollte man nicht aufschieben!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Paradox, ist einfach nur anders, als „DU“ denkst!

Ich lege meine Sachen immer schon am Vorabend raus, damit es morgens schneller geht. Das ich morgens grundsätzlich trotzdem noch mindestens 2 Oberteile aus dem Schrank ziehe, die ich an und wieder ausziehe, tut dabei nichts zur Sache.

Croissants sind ein Werk des Teufels, aber ich liebe sie trotzdem  – allerdings sind es exakt 73 Minuten, die man spazieren gehen muss, damit sie nicht auf den Hüften landen. Ich mache schon jeden Tag Zumba – da habe ich beim besten Willen nicht noch Zeit zum Spazierengehen. Niemand, wirklich niemand hat jemals behauptet, dass das Leben fair ist!

Wenn ich Chilis schneide, denke ich jedes Mal daran, mir Einweghandschuhe überzuziehen. Entscheide mich dann dagegen, und verfluche diesen Moment immer dann, wenn ich mir später am Auge reibe. Damit habe ich bewiesen: Lernen durch Schmerz funktioniert bei mir nicht!

Ich habe eine natürliche Abneigung gegenüber Männern, die von sich behaupten sie wären so ganz anders, als alle anderen, das sind sie aber nie. Im Gegenteil! Und manchmal ist es hilfreich, wenn man auf den ersten Blick bereits einen häßlichen Charakter ausmachen kann.

Ich kann sau-schlecht rückwärts einparken – und da stehe ich auch zu. Mein Fahrschullehrer hat  auch irgendwann eingesehen, dass mir das Rückwärtseinparkgen fehlt. Bei meiner Prüfung hat es natürlich beim 1. Versuch geklappt, weil ich unter Druck eh immer zur Höchstform auflaufe.

Wenn ich Dir schreibe und antworte mit einem „ok“, dann ist gar nichts ok – ausser es war eine berufliche Mail. Sollte ich allerdings mit: „Passt schon“ antworten, bin ich richtig angepisst.

Bei mir heisst ja, ja und nein, nein. Zumindestens ist das oft der Fall, wenn dem nicht so ist, ist es halt anders.

Nutella schmeckt auf ungetoasteten Toast und getosteten Toast. Sonst ist ungetoastets Toast nur eins: BÄH! Ausser natürlich es liegt neben einer Bratwurst.

Ich mag keinen Sport, dennoch mache ich mit Begeisterung  Zumba. Zumba ist nämlich kein Sport – es ist eine Einstellung!

Ich kann Menschen nicht verstehen, die Leber mögen. Ich bekomme schon einen Würgereiz, wenn ich das irgendwo sehe, dennoch gibt es nichts über ein Schwarzbrot mit Leberwurst, Röstzwiebeln und Senf!

Ich bekomme einen Anfall, wenn ich mich eincremen muss und irgendwo scheuert ein kleiner Krümel Sand auf der Haut oder klebt an der Sonnenmilchflasche, und  trotzdem liege ich am liebsten am Beach anstatt am Pool.

Wir verstehen andere Mensche vielleicht nicht immer, oder können deren Einstellung nicht teilen. Aber nur weil Menschen anders sind, macht sie das nicht schlechter oder besser. Nur weil jemand anders liebt, als ihr, ist er nicht schlechter. Nur weil er eine andere Hautfarbe hat, ist er nicht schlechter oder besser. Am Ende sind wir alle Menschen! Darüber musste ich nachdenken, als ich die negativen Reaktionen auf den Werbungspot  des Crackerherstellers „Honey Maid“  im Netz gesehen habe. Traurig wie verbohrt manche Menschen sind, die gedanklich wohl noch immer in der Steinzeit leben. Dafür fand ich die Reaktion des Unternehmens auf diesen Shitstorm umso schöner. Und es stimmt doch: LOVE IS ALL YOU NEED!

 

Warum es keine schwulen Fussballspieler gibt

Auf dem Weg zur Arbeit hörte ich von dem britischen Teenie- Idol und Sportler Tom Dayley, der 2009 als jüngster Weltmeister in seiner Sportart „Wasserspringer“in die Geschichte Englands einging. Er ist in England ein Super-Star, ein Vorbild und ganz einfach gesagt: Everybody´s Darling. Diesen Kerl liebt dort jeder und nun outet er sich und bekennt in einem von ihm ins Netz gestellen Video: Ich liebe einen Mann!

„Im Frühling dieses Jahres hat sich mein Leben verändert, und zwar sehr. Ich habe jemanden getroffen, der mich so glücklich gemacht hat, der mir Sicherheit gegeben hat. Es fühlte sich großartig an. Und dieser jemand – war ein Mann. In einer idealen Welt würde ich dieses Video nicht machen, weil es egal sein sollte.“

Wir leben aber nicht in einer idelaen Welt. War sein Schritt mutig? Auf jeden Fall! Hat er sich damit wirklich einen Gefallen getan? Die Frage kann ich nicht beantworten, allerdings dürfte er ein gutes Stück erleichterter sein, sich nicht mehr verstecken zu müssen bzw. den andauernden Tuscheleien und Gerüchten ein Ende zu machen.

Und während sich Leute (mich mit einbezogen) fragen, warum die Politik gleichgeschlechtlichen Ehepartner nicht endlich ALLE Rechte geben, die für heterosexuelle Paare selbstverständlich sind, mache ich mir zusehens Sorgen um unsere Fussballspieler. Kennt ihr einen schwulen Fussballspieler? Nein? Ich auch nicht! Ich hätte da ein paar Vermutungen, aber geoutet hat sich von denen noch niemand. Überhaupt gibt es wenige Sportler, die sich bisher geoutet haben. Werfen wir einen Blick über den großen Teich: NBA Star Jason Collins outete sich dieses Jahr. Im April hatter er in einem Interview mit der „Sports Illustared“ bekannt gegeben, dass er homosexuell ist.

„Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul“

Was passierte dann? Seine Kollegen überschlugen sich und beglückwünschten ihn zu seinem Outing und seinem mutigen Schritt! Selbst Obama griff sofort zum Hörer, um ihm mittzuteieln, wie stolz er auf ihn sei, und dass es ein Zeichen dafür wäre, dass Leute nur nach ihren Leistungen beurteilt werden und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung. Ach ja? Nach diesem Outing hat der NBA-Spieler keinen neuen Vertrag bekommen. Damit war er der erste (!!!) homosexueller Sportler der vier nordamerikanischen Profiligen, und wahrscheinlich auch der Letzte, denn solche Aussichten machen keinen Mut.

Wo wir direkt wieder zu den deutschen Fussballer kommen, denn denen wird auch wenig Mut gemacht, sich in der Öffentlichkeit zu outen. Ganz im Gegenteil wird ihnen nahe gelegt: Outing ja – aber bitte erst am Ende der Saison, damit es bis zum Start der nächsten Saison doch hoffentlich schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Offiziell heisst es natürlich etwas schicker: „die mediale Halbwertzeit einer solchen Neuigkeit wäre bis zum Beginn der neuen Spielzeit wieder verflogen“ Say what?  Schwule Männer spielen keinen Fußball! Punkt! Man kann doch keinem schwulen Spieler zujubeln, wie steht man denn dann da – als echter Mann?

So raten Fußballer wie Tim Wiese und Philip Lahm schwulen Spieler sogar komplett von einem Outing ab. Wem nützt das jetzt also? Den richtig harten Kerlen, die in den meisten Fällen mit dem Zugeständnis um die Ecke kommen, dass die Spieler ja schwul sein können, aber das doch bitte nicht öffentlich machen sollen, weil sie es nicht wissen wollen. Immerhin geht es beim Fussball nur darum, dass Runde ins Eckige zu bekommen. Ich hoffe, dass bei dieser Spezies Mann zumindestens irgendwo ein wenig Licht am Ende des Tunnel(blicks) auftaucht…(und wahrscheinlich sind es eben diese harten Kerle, die mit dem ganzen Schwulenzeugs nichts zu tun haben wollen und sich am Ende des Tages einen Lady-Boy in die eheliche Wohnung bestellen, oder wie war das in Wirklichkeit, Herr E.? Darüber dürfen aber nicht mal mehr schweizerische Zeitungen schreiben. Was nicht sein soll – gibt es auch nicht. So einfach ist das.)

Homophobie noch immer kein Schnee von gestern…….

In den Koalitionsverhandlungen strebt die SPD eine Einigung in der Homo – Ehe an. Sie möchte schwulen und lesbischen Paaren die Möglichkeit geben, eine Ehe zu führen und Kinder zu apoptieren. Jetzt sitzt die CDU/CSU natürlich in einer gewaltigen Zwickmühle, denn wie soll man „sowas“ bloß zulassen, wenn man das Wort „christlich“ im Titel trägt? Das beisst sich – und zwar gewaltig. Das letzte Gespräch mit den potenziellen Koalitionspartner mussten sogar vorzeitig abgebrochen werden, da die Situation zu verfahren war. Die Welt berichtete sogar von einem Streit….

Angeblich stellte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig die gesamte Koalition infrage, und äusserte sich kritisch, ob man unter solchen Umständen überhaupt den Koalitionsvereinbahrungen zustimmen kann.

Wenn es daran wirklich scheitern sollte, würde ich mich sehr freuen. Ich kann es ja bis heute nicht verstehen, warum man die CDU wählt – das ist allerdings ein anderes Thema. Aber wie lange soll die Diskriminierung denn noch weitergehen? Man muss doch allen Menschen das Recht auf eine gleichberechtigt und anerkannte Ehe geben, die anderen (Ehe) Partnern zu 100% gleichgestellt sind. Es ist erschreckend, dass  es noch immer Menschen gibt, die eine homosexuelle Neigung als nicht „normal“ erachten.

Da brauch ich gar nicht weit gucken. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine Diskussion mit meinen (zum Glück) jetzt EX-Schwiegereltern. Er und sie rennen jeden Sonntag in die Kirche – das ist aber schon alles, was darauf schließen lässt, dass sie in irgendeiner Art und Weise als christlich zu betiteln wären. Ach nein – das Beste hätte ich fast vergessen: Es wird vor dem Essen sogar gebetet! Allerdings nicht immer. Ich glaube nur an Sonntagen – aber auf keinen Fall, wenn wir auf der Terasse gegrillt haben – aber einiges habe ich anscheinend schon ganz gut verdrängt 🙂

Da saßen wir nun abends bei den Schwiegereltern im Wohnzimmer und kamen irgendwie auf das Thema „Schwul sein“. Da meinte mein Ex-Schwiegervater zu mir: „Die“ sind nicht normal – Männer dürfen nichts mit Männern „machen“, das steht so auch in der Bibel. Mit diesem Schwachsinn hatte er direkt meinen Kampfgeist geweckt:

Ich: Wo genau steht das denn in der Bibel?

Er: Na das steht da halt drin!

Ich: Wer definiert denn was normal ist?

Er: DAS ist auf jeden Fall nicht normal. Eine Mann MUSS mit einer Frau zusammensein. Alles andere ist ekelig, und ist auch unverzeihlich vor Gott.

Ich: (Augen bis zum Anschlag verdreht) Ach so, vor Gott also…. Nicht das ich mir viel daraus machen würde, aber heisst es nicht immer: Vor Gott sind alle Menschen gleich?

Er: (wird langsam ziemlich rot im Gesicht) fuchtelt wild mit den Händen und unterstreicht sein Gestammel indem er die ganze Zeit mit erhobenem Zeigefinger vor meiner Nase rumfuchtelt.

Ich: Du brauchst mich nicht anschreien, und ausserdem zeigt man nicht mit nackten Finger auf andere Leute – das hat zwar nicht Gott gesagt, aber dafür meine Mutter- und die hat eigentlich immer Recht.

Er: Wie konntest Du denn kirchlich heiraten, wenn Du nicht an Gott glaubst.

Ich: Ich glaube – aber an was und wie muss ich Dir mit Sicherheit nicht erklären.

Damit war das Gespräch beendet und die von mir bis dahin (unter größten Mühen) so liebevoll gespielte Beziehung zu meinen Schwiegereltern auch. DAS TAT GUT! Aber zurück zum Thema. Wenn wir mal nach Russland gucken, wird einem bewusst, wie heftig dort Schwule und Lesben bekämpft und bedroht werden.

Wenn man sich in Rußland öffentlich outet, muss man schon sehr mutig sein, denn dort hat kürzlich erst Putin noch einmal sehr deutlich gemacht, was er von Homosexuellen hält.  Zitat WIKI:

Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtliche Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland.

Dem ist nichts hinzuzufügen, denn es spricht für sich! Ein weiterer Blick nach Frankreich macht bewusst, dass es gehen kann und muss – auch wenn viel zu viele Idioten dagegen protestiert haben. Meiner Meinung hat Deutschland  die Pflicht  dieser Dikriminierung endlich ein Ende zu machen und Ländern wie Rußland deutlich zu zeigen, was man von so einem Verhalten hält,  indem deutsche Sportler den Olympischen Winterspielen in Sotschi fern bleiben z.B.. Wenn aber nicht mal unser Kanzlerin das so sieht…. steht alles andere wohl noch in den Sternen. Vielleicht sollte die EU sich mal solchen Themen annehmen,  zumindestens für die EU Mitgliedsstaaten  – aber die diskutieren ja lieber über Mentholzigaretten….