Mspy vs. NSA (Mädels aufgepasst)

Man hört doch immer wieder von eifersüchtigen Frauen, der übelsten Sorte. Für diese gibt es jetzt eine gute Neuigkeit! Mspy ist die Lösung für all Eure Probleme – wobei ihr natürlich nicht wisst, was ihr bei eurem Partner so entdecken werdet…… Offizeill soll die App, die sich in wenigen Minuten auf ein unbeobachtets Smartphone installieren lässt, die eigenen Kinder überwachen, oder Arbeitgebern die Möglichkeit geben, ihre Angestellen auszuspähen.

Gucken wir uns mal an, was Myspy zu seinem Produkt schreibt:

Sie haben die vollständige Übersicht über das Geschehen in Ihrem Haus, können Ihren Kinder On-und Offline sicherer halten, und haben die Möglichkeit gefährliche Situationen sofort zu erkennen, und schnell zu beseitigen. mSpy Familie Premium Tablet und Handy Spionage Software hat modernste Funktionen die Ihnen helfen, Ihre Liebsten zu schützen.

Hüstel & räusper. Liegt es eventuell an einer schlechten Übersetzertätigkeit, oder werden Kinder heutzutage wirklich „gehalten“- so wie Haustiere? Alles in allem gleicht diese Beschreibung schon fast den NSA Ausreden: Wir wollen nur helfen und schützen! Wobei ich mich bei dieser Beschreibung schon frage, wen man in gefährlichen Situationen beseitigen soll, das gehaltene Kind oder das Handy? Egal – was gibt die App für den Arbeitgeber so her?

Die Risiken von Datenklau oder unerwünschtem Arbeitsverhalten vermeiden. mSpy Business-Tablet und Handy Spion ermöglicht es Ihnen, Ihren Angestellten zu beaufsichtigen, ihre Produktivität in-und außerhalb des Büros im Auge zu behalten und rechtzeitig auf Firmenpolitik-und Datenschutzverletzungen zu reagieren.

Jetzt geht es aber los, oder? Wer regt sich hier überhaupt noch über die NSA auf? Die sollten sich bei diesem Unternehmen eventuell mal ein paar Tips holen. So wie ich heute morgen gelesen habe, späht die NSA mit ihrem jetzt bekannt gewordenen Programm Co-Traveler, täglich bis zu hundert Millionen (!!) Geräte aus, um Bewegungsprotokolle von den US Bürgern zu erstellen. Das ist gegen diese App ja geradezu stümperhaft. Wieso haben die noch keinen Deal mit Apple gemacht? Wäre doch genial, wenn diese App direkt auf jedes neue iphone gespielt würde und irgendwo in der Betreibersoftware versteckt würde, wo es vom User nicht gefunden werden kann. Ich sollte über einen Berufswechel nachdenken. Peppa – NSA Bearterin (klingt gar nicht mal schlecht)

Aber zurück zum Thema: Die totale Überwachung des Partners. Mädels – jede WhatsApp, jede E-mail, jedes Foto, Facebook Messenger Nachrichten, Skype. Ihr könnt sogar seine Anrufe mithören und jederzeit seinen aktuellen Standpunkt lokalisieren! Ok – ihr müsstet Euch auf eine Gefängnisstrafe von bis zu 3 Jahren einrichten, aber was nimmt man nicht alles in Kauf? Immerhin dient das ja nur dem „Schutz“ eures Liebsten!

Mir fehlen echt die Worte – und dass kommt nicht sehr häufig vor! Es ist doch wirklich ein Armutszeugnis (vielleicht kann man sich das nach erfolgreicher Installation direkt per Mail schicken lassen), wenn Mann oder Frau es nötig hat, so eine App auf dem Telefon des Partners zu installieren. Von Vertrauensbruch schreibe ich in diesem Zusammenhang erst gar nichts, denn wer zu solchen Mitteln greift hat über die Begrifflichkeit „Vertrauen“ noch gar nicht nachgedacht.

Also verschwendet eure Zeit nicht damit, euch über das neue nächste NSA Spionageprogramm aufzuregen, sondern werft lieber mal einen Blick in eure App Liste – denn was haben wir gelernt? Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser 😉

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You know best oder er steht einfach nicht auf Dich

Ich hatte doch schon darüber geschrieben, dass ich diese neue Serie „House of Cards“ total genial finde, allerdings nicht ganz hinter das Verhältnis zwischen den Eheleuten Underwood blicke. Gestern bin ich dem eventuell ein wenig näher gekommen….

Dieser völlig skrupellose Frank Underwood hat sich ja spielend einfach eine „Unterstützung“ in Form einer jungen (willenlos oder eher erfolgsorientieren) und sehr hübschen Reporterin Zoe ins Boot geholt, die seine „vorbereiteten“ Berichte in die Öffentlichkeit bringt. Dieser Frank ist nicht nur bitterböse, sondern zugleich auch unverschämt charmant. Ihr wisst was jetzt kommt, oder? Es hat gerade mal bis zur 4. Folge gedauert, da zeigt die kleine Zoe ihre berechnende Seite, indem sie Underwood in ihre Wohnung lockt und im kleinen Schwarzen in Empfang nimmt….

Ist Macht sexy? Definitiv! Gefährdet es die gemeinsame Zusammenarbeit, wenn man mit dem Boss oder Kollgen ins Bett geht? Das kommt darauf an. Gestern habe ich Lady K. „geraten“ – never fuck the company- aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Wenn ich mich in meiner Firma so umsehe, dann definitiv: Nein! Es ist irgendwie eine Floskel, oder ein Relikt aus früheren Tagen. Weil es eigentlich schon immer so war, dass die meisten Beziehungen und Affairen sich bei der Arbeit anbandeln, weil wir hier auch die meiste Zeit des Tages verbringen. Damit ist allerdings kein fröhliches umherhuren der Kollegen gemeint – das sollte sich aber von selbst vestehen.  Blöd wird die ganze Sache nur, wenn einer der Beteiligten mehr will, der andere Partner aber („glücklich“) verheiratet ist, oder die Sache auffliegt. Treffen beide Fälle zu, ist der worst case eingetroffen. Aber wie sagt man: Dazu gehören ja immer 2…

Wenn sich beide „Parteien“ einig sind, gibt es klare Spielregeln. So weiß Zoe, dass Frank ihr nach dem Akt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die große Liebe schwören wird. Nein, der zieht sich seine Hose hoch und geht. Worauf sie sich da eingelassen hat, wusste sie also bereits im Vorfeld. Es gibt natürlich Frauen, die glauben, dass wenn man mit demselben Mann erst 2-3 Mal im Bett war, er schon irgendwann Gefühle entwickeln wird. Spätestens da sei euch gesagt: Nein! Stimmt nicht! Wenn ein Mann Gefühle für eine Frau hat, sendet er ganz eindeutige Signale. Schlagt es (ihn) euch also aus dem Kopf – Männer lassen sich nicht durch Sex bekehren.

Schön finde ich in solchen Zusammenhängen auch immer den Film „He´s just not that into you“ zu gut Deutsch: „Er steht einfach nicht auf Dich“. Es gibt so viele Frauen, die so unendlich viel ihrer kostbaren Zeit damit verschwenden, Kerlen hinterherzurennen, die in einer millionen Jahre noch nicht mit ihnen zusammenkommen wollen. Es gibt ganz klare Anzeichen dafür, wenn er auf Dich steht, es gibt aber auch unzählige Anzeichen dafür, wenn er es nicht tut. Das sollte Frau einfach nur akzeptieren, denn wer sitzt schon gerne vor einem schweigenden Telefon oder läuft einem Mann nach, wie eine reudige Hündin?

Ganz schlimm finde ich plumpe und zu offensichtliche Aufforderungsversuche zur Kommunikation über soziale Netzwerke. Wenn Frau online ist – und das potenzielle Opfer Objekt der Begierde ist es auch, dann kann man sicherlich mal den ersten Schritt machen, und ihn wissen lassen, dass man „da“ ist. Alles andere ist stalking und damit peinlich. Männer können lesen, ist kein Geheimnis wenn sie euch also anschreiben wollen, dann werden sie es auch machen. Wenn sie es nicht machen – nun ja – da wären wir wieder bei den offesichtlichen Signalen, dann wollen sie es schlichtweg nicht. Süß sind dann immer die empörten Rechtfertigungen der ewig-wartenden Frauen:

Er hat so viel um die Ohren, der meldet sich bestimmt nach seinem Training.

Er ist vielleicht gar nicht „on“, sondern macht nebenbei etwas anderes und hat mich oder meine Nachricht noch nicht gesehen.

Er guckt mit seinen Kumpels bestimmt gerade Fussball

 

NEIN! Wenn er denn will, dann schreibt er auch. Und dass sogar während des Trainings, oder aus dem Auto, oder von wo auch immer. Da könnt ihr  euch das Anstupsen und Schmollen wirklich sparen, und die Sache so sehen, wie sie ist. So machen Männer das nämlich auch.

Ich bin bei diesem Thema ja aus dem Rennen, und wie ich vor ein paar Tagen bemerken musste, führe ich eine Schmoll-Braten-Beziehung. Meine Beziehung ist genau so, wie das Pärchen in der neuen Ford Werbung, und Schmoll-Braten haben bekannterweise andere Dinge zu erledigen, als fremden Männern nachzulaufen 🙂

Wer ist hier spießig?!?

Eine typische Weihnachts-Kinheitserinnerung von mir ist „Schnüpperle – 24 Geschichten zur Weihnachtszeit“.  Jeden Tag hat meine Mutter mir eine Geschichte vorgelesen, und zwar jedes Jahr. Das gehörte für mich genau so zu Weihnachten, wie meine Weihnachtsschallplatte von den Schlümpfen. Irgendwann scheint es da einen großen Knall gegeben zu haben (den ich echt nicht gehört habe) oder das Raum Zeit Gefüge hat sich einfach ganz leise verschoben, und deswegen habe ich von dieser plötzlichen Veränderung nichts mitbekommen.

Wenn ich Schnüpperle als Beispiel nehme, dann hat der sich eine Nacht vor dem ersten Dezember so wahnsinnig auf seinen Adventskalender gefreut, dass er kaum schlafen konnte. Stundenlang hat er ihn betrachtet und sich Gedanken darüber gemacht, welches Säckchen er morgen wohl aufmachen sollte. Am 01. Dezember ist er aus dem Bett gesprungen und ist zusammen mit seiner Schwester natürlich als erstes zu seinem Kalender gelaufen:

»Welchen Beutel nimmst du?«, fragt Schnüpperle.

»Oh, ich weiß nicht! Oh, welchen nehm ich denn bloß?«

»Ich bin für Mitte«, sagt Schnüpperle.

»Da kommst du auch am besten dran.«

»Gar nicht wahr, unten genauso gut.«

»Ich bin für oben, genau der Reihe nach«, sagt Annerose und zieht

schon die Schleife auf.

»Schnüpperle! Mutter! Ein Pilz, ein Glückspilz aus Schokolade!«

In der Aufregung verknotet Schnüpperle die Schleife. »Mutter!

Mutter! Annerose! Es geht nicht! Ich krieg’s nicht auf!«

Mutter kann’s auch nicht, weil sie ihre Brille nicht hat.

Schnüpperle fängt an zu heulen. Da kommt Vater mit der Schere.

Und dann fährt Schnüpperle mit Daumen und Zeigefinger in den

Beutel: eine Marzipankartoffel, noch eine und noch eine.

»So viel! Ooch, so viel!« Schnüpperle zeigt seinen Reichtum

herum. »Ich hab mehr als du, Annerose!«

»Aber ich habe einen Glückspilz und du bloß Kartoffeln!«

»Aber aus Marzipan!«, sagt Schnüpperle und hat schon ganz

braune Finger vom Kakao. »Isst du deins gleich auf, Annerose?«

»Du?«

»Eine«, sagt Schnüpperle.

»Ich heb meinen Glückspilz auf, bis ich aus der Schule komme.«

Der geneigte Leser wird Schnüpperle wohl direkt für die Pussy vorm Herrn halten, weil er bei der erst besten Gelegenheit sofort anfängt zu weinen, aber mal ehrlich – gibt es heute noch Kinder, die sich wirklich über Marzipan-Kartoffeln freuen, oder ist diese Spezies Kind schon längst ausgestorben?

Als ich 11 Jahre alt war, hatte ich natürlich kein Handy bzw. Smartphone – das gab es auch noch gar nicht – zumindestens nicht in dem Umfang. Mein erstes Handy habe ich mir mit 18 gekauft, und meine Kindheit habe ich trotzdem überlebt. Warum sind also Eltern heutzutage der Meining, dass Kinder ein Handy brauchen? Wie soll ein Telefon ein Kind beschützen? Verstehe ich nicht – ich sehe aber tagtäglich, was Kinder mit ihren Handys machen. Sie sind auf Facebook, YouTube & Co. unterwegs und bewegen sich von einer Grauzone in die nächste, denn „kindgerecht“ ist das wenigste von dem, wofür sie sich meistens interessieren. Da werden Hardcore Pornos auf dem Schulhof getauscht, WhatApps im Unterricht geschrieben und gelesen, und der neue Trend nennt sich Sexting. 13-14 jährige Mädels machen Fotos (bevorzugt leicht bekleidet oder nackt) von sich, schicken diese dann „durch die Gegend“ und sind hinterher zu Tode betrübt, wenn der ganze Schulhof lacht.

Nimmst Du einem Teenie heute sein Smartphone weg, hört dieser im nächsten Moment praktisch auf zu existieren. Das Kind ist mit einem Schlag ausgelöscht. Als ich zur Schule geangen bin, habe ich auf dem Weg meine Freundin abgeholt, nach der Schule hat man sich für den Nachmittag verabredet und sich dann am verabredeten Ort einfach getroffen. Heutzutage: Undenkbar!

Bin ich eigentlich irgendwo „hängen“ geblieben, dass ich das alles nicht mehr normal finde? Was ist also, wenn ich Mutter werde? Soll ich meinem Kind ein Smartphone verbieten, und es damit direkt zum absoluten Aussenseiter machen? Geht auch nicht! Werde ich also auch so eine überfürsorgliche Mutter, die einen Fahrradhelm kauft, und eine Ortungs-App auf das Handy meines Kindes spiele, damit ich jederzeit weiß, wo es sich aufhält? Um erhlich zu sein: Ich weiß es nicht!

Um aber wieder zurück auf Schnüpperles Marzipankartoffeln zu kommen: Ich denke es gibt noch Kinder, die sich ebenso freuen würden wie Schnüpperle und seine Schwester, jedoch glaube ich auch, dass das nicht den Großteil aller Kinder ausmacht. Kinder werden heute immer mehr dazu erzogen, dass sie glauben Geld ist ein Rohstoff, der Eltern niemals ausgehen kann. Viel ist selbstverständlich und Dinge, die nichts oder nicht viel kosten, sind auch dementsprechend wenig wert – den idellen Wert einer Marzipankartoffel kann ich zwar nicht beziffern, dennoch denke ich, dass traditionelle  Adventskalender eher in den Hintergrund getaucht sind, weil sie einfach nicht mehr „gewünscht“ sind, und wenn ich mir die Zahl der massenkompatiblen Kalender ansehe, werde ich in dieser Vermutung auch irgendwie bestätigt: Sheepworld, Haribo, Kinder, Lego.

Also muss ich wohl damit abfinden, dass Jacqueline-Chantalle und  Marcel-Damian am Samstag ihren Sheepworld und Haribo Kalender öffnen, sich in ihre Hollister T-Shirts werfen, ihre (natürlich echten) Ugg Boots bzw. Vans überziehen, nach ihrem i-Phone 5 greifen und im Vorbeigehen einem gerade paratstehendem Elternteil einen 3 seitigen Wunschzettel in die Hand drücken, dessen Gesamtwert den eines Kleinwagens übersteigt. So what – nun bin ich wohl so geworden, wie ich früher nie sein wollte: alt & spießig, aber irgendwie finde ich mich so völlig ok!