Zwischen Wochenende, Delfinen & Bikinihöschen

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[Steck mal vorsichtig den Kopf in meinen Blog ] Er ist noch da! Ich auch – auch wenn ihr vielleicht gedacht habt ich wäre ausgewandert, entführt oder einfach nur so verschollen. Eigentlich wollte ich ja schon viel eher einen Eintrag über meinen 2 wöchigen Urlaub bringen, Palmen, Delfine, Sonne und dem ein oder anderen Übernahmeangebot meiner einer gegen entsprechende Kamelentlohnung, aber mir fehlt einfach …..die Zeit!

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Generell hege ich den leisen Verdacht, dass das Raum-Zeit-Kontinuum völlig aus dem Ruder läuft, schief hängt oder zumindestens mit Warp-Antrieb an mir vorbeizieht. War nicht grade noch Weihnachten? Wieso zur Hölle ist dann schon fast wieder Ostern? Und mein Urlaub ist auch schon wieder fast vergessen….auch wenn ich mich noch sehr gut erinnern kann, wie ich am 19.02 in den Flieger gestiegen bin, mein Nackenkissen umgeschnallt und trotz der aufrechten Sitzposition eingenickt bin, und 1 Stunde später von der Stimme des Piolten geweckt wurde: ich habe da ein Symbol in meiner Anzeige…das gehört da irgendwie nicht hin! *kreisch* Der Blick aus dem Fenster brachte mir sofortige Sicherheit….der hatte noch nicht mal abgehoben….also alle raus aus dem Flieger und warten bis der Ersatzflieger aus Frankfurt da ist. Ja, Murphy´s Law und ich sind seit langer Zeit gute Bekannte….. kann ja heiter werden… wurde es aber dann wirklich.

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Falls ihr mal Urlaub in Ägypten machen wollt, dann lege ich euch das Sunrise Select Royal Makadi Resort ganz warm ans Herz. Super Hotel, super Essen, Spitzenservice! Und nun ein von mir in dieser Form noch nie dagewesenes Kompliment: Die Animateure sind super! Eigentlich sind das ja diese völlig überdrehten Duracellhäschen auf Speed, die wie kleine Kinder vor deiner Liege rumhüpfen und wild rumkreischen: Los, Spiel mit mir, spiel mit mir… Vooooollleyball. Los, looooos. Komm mit. Wir spielen. Da hilft auch kein „Nein, danke!“ Meistens muss man die Sonnenbrille ein Stück von der Nase ziehen, damit das Gegenüber deine Augen sehen kann: „Ok, sie will wirklich nicht spielen, sie möchte mich töten…weg hier und nie wieder ansprechen!“ Nein – ein super Team….Nicht aufdringlich, freundlich, hilfsbereit und immer gut gelaunt und dabei richtig herzlich. Was ich auch sonst unter gar keinen Umständen mitgemacht hätte, war die folgende Situation: Es ist Abend. Peppa sitzt an einem Tisch in der Bar, schreibt Urlaubskarten und ist mit ihrem GinTonic wunschlos glücklich, als sich neben mir eine Hand ausstreckt. Blick nach oben, um zu sehen, wem diese gehört. Guck an…. Ein Animateur.

„Ähm – nein danke – ich möchte nicht mit dir auf die leere Tanzfläche gehen. Nimm einfach eine von den Kegelschwestern, oder eine von den schmachtenen Teenies da drüben.“

„Nein – nun komm!“

[Ok, dann versuche ich es mit einer Lüge:] Ich kann nicht tanzen!

„Egal, ich führe.“

[Verdammt!]

Tja – immerhin steh ich auf Bachata…. Und überlebt habe ich es auch.

Besonders ans Herz legen kann ich euch auch die a-la-carte Restaurants, von denen es dort 7 gibt…aber besonders super ist das T-Bone (Steakhouse) …. dieses Orange – Mousse au Chocolat ist zum niederknien. [Man bekommt übrigens eine 2. Portion davon, wenn man sagt, dass man bereit wäre, auf der Stelle zu sterben, weil man jetzt alles erlebt hätte, wofür es sich zu Leben lohnt.] Aber auch der Italiener ist sehr empfehlenswert: Geniales Vitello Tonnato & Saltimbocca! Aber egal wie gut das Essen in einem anderen Land auch ist, irgedwann habe ich immer mal einen Tag, da fehlt mir das heimatliche Essen trotzdem, und da schmeißt man auch mal abends seine Low Carb Grundsätze neben das frischgebackene Foccatia und macht sich auf dem Weg zum Salatbüffet, an dem es immer Käse gibt. IMMER bis auf diesen Abend. Ich muss ziemlich blöde, ratlos und hungrig ausgesehen habe, als der Küchenchef auf mich zu kam: Was suchtst du? Käse! Was für Käse? … [ich konnte schlecht den dunkel-gelben sagen, woher soll ich auch die Namen der ägyptischen Käsesorten kennen? Egal wäre auch nicht gut, hinterher kommt der mit diesem weißen Käse wieder, der nach gar nichts schmeckt…] Gouda, wäre schön! Warte hier! 2 Minuten später hatte ich einen Teller mit 8 Scheiben Gouda und Erdbeeren in der Hand. Ihr dürft mir glauben: ich hätte ihn am liebsten in den Arm genommen….  Da sitze ich nun grinsend und glücklich vor meinem Teller, als die wirklich nette Gästebetreuerin an den Tisch kommt: „Alles so weit in Ordnung?“ „ Ich habe Gouda – es ist perfekt.“ „ Da hast du Glück…den wirst du auch niemals auf dem Buffet finden…ist hier einfach zu teuer!“ Und wisst ihr was? Danach hat er mir noch besser geschmeckt!

Morgens um 7 Uhr (war sogar erst 6 Uhr nach deutscher Zeit, aber um 16 Uhr ist es vorbei mit der Sonne, deswegen steht man besser etwas zeitiger auf, und schläft auf der Liege weiter) Joghurt mit Früchten und Müsli, gegen halb 10 Uhr Rührei mit Tomaten und Gurken, mittags gegrilltes Hühnchen mit Salat und abends schlemmt man sich entweder durch ein 4 Gänge Menü oder bedient sich am Buffet …wieviel Kilo nimmt man da innerhalb von 14 Tagen zu? Ihr dürft mich jetzt hassen: man nimmt 2 Kilo ab – Beweisbild? Bitte sehr – meine Bikinihose auf der Flucht:

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Was gehört zu Hurghada auf jeden Fall dazu? Ralf & Petra! Warum? Weil die wissen, wo die Delfine schwimmen, einen nicht übers Ohr hauen und Petra den besten Mamorkuchen ever backt. Also: What´s App auf – Ralf anschreiben und fragen, wann sie noch Platz auf dem Boot haben! Es könnte an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung stehen, wie es ist, einem Delphin direkt in die Augen zu sehen, und neben ihnen zu schwimmen, ich kann es aber nicht in Worte fassen, ich muss mich jedes Mal zwingen einfach weiter zu atmen. Wenn ihr auch mal erleben wollt, und euch in Hurghada aufhaltet, dann macht euch selbst ein Bild: klick

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Wundervolle zwei Wochen waren das. Dieses Animations-Team hat bei mir ein Stein im Brett und ich die Mail Adresse, damit ich nächstes mal „mein“ Zimmer wieder bekomme und der Tisch im T-Bone schon für den ersten Abend reserviert ist! Und jetzt? Stecke ich wieder im Strudel der Zeit, von der wir alle zu wenig haben. Wem ihr diesen persönlichen Reisebericht zu verdanken habt? Dem kaputten Sendemasten von Vodafone , der mein Smart Phone ohne Mobile Daten zu einem kleinen Zeitspender befördert hat.

 

In diesem Sinne: Schönes Wochenende

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Warum Menschen grausam sind: Blackfish

Wenn man ihnen in die Augen blickt, weiß man, dass da jemand ist.

Bei den meisten Menschen sollte das so sein. Obwohl ich leider auch schon oft die Erfahrung gemacht habe, dass bei einigen Leuten nur gähnende Leere im Kopf heerscht. Augen drücken so viel aus – auch bei mir. Ich kann mit den Augen ganz genau vermitteln, was gerade los ist, woran ich denke, oder was ich möchte. Ich habe mich ja vor einiger Zeit schon über das Abschlachten der Delfine in der Bucht Taiji in Japan ausgelassen, und auch dieses Thema schlägt mir ganz schön auf den Magen.

Anders als Katzen, Hunde & Co. haben Orcas & Delfine auch ein Bewusstsein, und dass sogar noch ausgeprägter, als bei uns Menschen.  Es gibt keine sozialeren Tiere auf dieser Erde.  Jede Walfamilie / Delfinschule verständigt sich in ihrer Sprache, die Mütter werden von Ihren Jungen nie verlassen. Jedes Mitglied dieser Familie ist ein kleiner Teil dieser Gruppe und wirklich vollständig sind sie nur, durch die Persönlichkeit jedes einzelnen Tieres. Leider denken zu viele Menschen noch immer, dass es lustig ist, solche Tiere zu fangen und bescheuerte Kunststücke aufführen zu lassen.

Am Samstag habe ich die Dokumentation „Blackfish“ gesehen. Am Ende saß ich vorm TV und habe geheult. Die Doku handelt von dem Wal „Tilikum“, der seit 1983 in Gefangenschaft lebt, und der am Tod von 3 Tiertrainern beteiligt war. Ja, es soll vorkommen, dass Tiere aggressiv werden, wenn sie 31 Jahre in einem kleinen Pool eingesperrt werden. Nachts in ein zu kleines Betonbecken eingesperrt werden, und sie kein Futter bekommen, wenn sie sich nicht dementsprechend verhalten. Da Wale sich nicht mit anderen Walfamilien kreuzen, kommt es in Gefangenschaft also vor, dass sie sich gegenseitig verletzen. Mir hat es echt das Herz zerissen, unter welchen Umständen, diese Tiere in Gefangenschaft leben müssen, und wie mit ihnen umgegangen wird.

Ich möchte gar nicht viel mehr darüber schreiben, ihr solltet Euch diese Doku wirklich mal ansehen. Hört auf diesen Irrsinn dadurch zu unterstützen, indem ihr Euch Eintrittskarten für Sea World & Co. kauft. Das sind Tierquäler, und wenn ihr solche Einrichtungen besucht, finanziert ihr diesen Irrsinn.

Was mich traurig macht: Ein Blick nach Japan

Ich bekomme seit langem schlechte Laune, wenn ich Nachrichten gucke. Ich mach es trotzdem, denn nur weil ich nicht hinsehen, hört die Welt nicht auf schlecht zu sein. Gestern war meine absolute Obergrenze aber wieder mal mehr als überschritten, denn es kam ein Bericht über die Delfinjagd in der Buch Taiji in Japan.

Das macht mich so fassungslos traurig und wütend, dass mir beim Anblick dieser Bilder die Luft wegbleibt. Wie können Menschen so schlecht sein? Die Tiere werden in die Bucht getriebe, dann werden die Tiere begutachtet, denn die schönsten Exemplare werden gefangen und an Delfinarien und Freizeitparks verkauft. Als wenn man diese Tiere überhaupt an einem Preis messen könnte. Niemals im Leben würde ich in ein Delinarium gehen, und diese Tierquäler mit meinem Eintrittspreis unterstützen.

Die Tiere haben keinen Spaß, wenn sie für Zuschauer alberne Kunststücke vorführen. Die leiden Höllenqualen, weil sie aus ihrer Heimat gerissen wurden. Diese Tiere bringen sich in Gefangenschaft um, indem sie immer wieder mit vollem Schwung gegen die Wände ihrer Becken schwimmen, weil sie es einfach nicht ertragen können eingesperrt zu sein. Ein Delfin ist ein intelligentes Säugetier und kein Poolbewohner.

Die Blödheit der Menschen scheint daran Schuld zu sein, dass es überhaupt Delfinarien gibt. Es gibt für mich KEINEN Grund dafür, und ich finde das einfach nur entsetzlich. Die anderen Delfine, die in dieser Bucht nicht gefangen und anschließend verkauft werden, werden brutal abgeschlachtet. Aus Spaß an der Freud. Das passiert jedes verdammte Jahr. Niemand unternimmt etwas dagegen. Das ist leider die traurige Wahrheit.

Wer in seinem Leben schonmal mit Definen geschwommen ist, wird mich vielleicht verstehen. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie klein und unbedeutend man sich neben diesen schönen Tieren vorkommt. Da begreift man, wie schön unsere Natur ist. Ich durfte das zum Glück schon einige Male erleben, aber meine schönste Erinnerung war eigentlich die Frau, die nicht mehr aufhören konnte zu heulen, weil sie so überwältigt war, diese Tiere alleine vom Zodiac aus zu beobachten 😉

Ich bin gerne bereit wieder viel Wasser zu schlucken, um ihnen wieder so nahe zu kommen, und umso mehr verachte ich Japan, das diese Tiere zu Tausenden töten und damit jedes Jahr die Bucht 700KM südlich von Tokio in ein Blutbad verwandelt.

Wer starke Nerven hat, kann sich die Dokumentation „The Cove“ (Deutsch: die Bucht) von Regisseur Louie Psihoyos und dem Tierschutzaktivsten Richard O´Berry ansehen. O´Berry war früher selbst Delfintrainer, ist aber aufgewacht als eines der Tiere, die früher in Flipper zu sehen waren, Selbstmord beging.