Warum wir alle Menschen sind , aber nicht jeder menschlich ist.

Ich saß mit meinem Kollegen 6 Jahre in einem Büro, seitdem ich mein eigenes Büro bekommen habe, besuchen wir uns abwechselnd zwischendurch einfach mal, um kurz zu quatschen. Wie war das Wochenende? Hast du dies und jenes schon gehört…. Ganz normal, wie man das unter Kollegen eben so macht.

Über was wir gestern geredet haben, würde ich heute einfach gerne mal mit euch teilen. Mein Kollege ist vor einem halben Jahr Papa geworden. Er hat eine ganz tolle Freundin und jetzt eine ganz zuckersüße Tochter dazu bekommen. Ich finde frischgebackene Papas toll, die Art und Weise, wie sie von ihrem Nachwuchs erzählen ist einfach niedlich. Vor Kurzem hat er mir ein Video von seiner Tochter gezeigt, wie sie in einem „Eimer“ badet – das politsch korrekte Wort für diesen „Eimer“ lautet Tummy Tub – aber am Ende ist es trotzdem ein Eimer. Ich schwöre euch – ihr könnt euch NICHTS niedlicheres vorstellen, als so ein kleines Geschöpf, das zufrieden vor sich hin gluckst und planscht – aber ich schweife ab….

Wasser findet die Kleine einfach toll, und aus diesem Grund geht ihre Mama auch mit ihr zum Babyschwimmen. Beim letzten Mal kam eine neue Mama in den Kurs und fragte ganz vorsichtig und völlig verängstigt, ob es in Ordnung wäre, wenn sie und ihre 1-jährige Tochter sich dem Kurs anschließen dürften, oder ob die anderen Mütter etwas dagegen hätten?! Verwundert guckten sich die jungen Mamas an, und antworteten: „Na klar könnt ihr euch uns anschließen! Warum sollte das ein Problem sein?“

Die Mutter antwortete sichtlich gerührt und den Tränen nahe: Na ja, ich war vor ein paar Monaten schon mal bei einem anderen Baby-Schwimm-Kurs. Beim dritten Mal, als wir den Kurs besuchten, sagte die Kursleiterin, dass ich mit meiner Tochter bitte ganz an den anderen Rand des Becken sollte, weil die anderen Mütter sich von mir und meiner Tochter gestört fühlen würden. Ich habe die Kommentare und abfälligen Bemerkungen zwar vorher schon mitbekommen, aber ich habe versucht es zu ignorieren… aus Liebe zu meiner Tochter, weil sie im Wasser immer so aufblüht. Ich habe mich jetzt monatelang gar nicht erst getraut, in die Nähe eines Schwimmbads zu gehen, aber wir können uns ja nicht ein Leben lang verstecken.

Sie hatten lange versucht ein Kind zu bekommen, aber es wollte einfach nicht funktionieren. Irgendwann kam die positive Nachricht: Schwanger! Kurze Zeit später folgte aber die Nachricht: Die Kleine wird mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommen….

Mir ist heiß und kalt geworden, als er mir das erzählt hat. Mal ganz ehrlich: was zum Teufel stimmt mit manchen Menschen nicht? Wie kann man so verdammt schlecht und herzlos sein. Ich kann nur ahnen, wie sich die Mutter in diesem Moment gefühlt haben muss, und dabei könnte ich direkt losheulen, weil ich einfach nicht glauben will, dass es solche Menschen gibt. Mir hing das Gespräch eine ganze Weile schwer im Magen und auch jetzt noch bin ich einfach nur entsetzt über so viel Unmenschlichkeit. Wusstet ihr das auffallend viele Menschen mit Down-Syndrom besondere Fähigkeiten im Sozialverhalten und der Emotionalität haben? Wahrscheinlich weil sie sonst mit solchen Mitmenschen Unmenschen gar keine Freude im Leben hätten. Ich finde es einfach nur traurig…. Und da wundere ich mich auch nicht mehr über die ganzen Gestörten die im Moment ihr Unwesen treiben, ob Terror in Belgien, Boko-Haram Massaker in Nigeria, Terror-Anschläge in Paris, PEGIDA  und was sonst noch alles auf dieser Welt völlig verkehrt läuft, wenn man sogar schon vor 1-jährigen Kindern nicht halt macht…… Wie heißt es doch so trefflich? „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“ Da kann man wirklich nur sagen: Gute Nacht, Welt!

Und genau DESWEGEN bin ich so flauschig, nett und freundlich! Aus diesem Grund. Ich könnte die Welt ansonsten noch schwerer ertragen und ich möchte zumindestens ein klein wenig meiner Lebensfreude an andere Menschen weitergeben. Vermutlich wäre es einfacher dem Hund meiner Nachbarn das Sprechen beizubringen, aber ich kann so einfach besser leben und es ist mir völlig egal, ob das anderen auf die Nerven geht. Es kommt im Leben nämlich nicht darauf an, die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen, sondern verdammt nochmal darauf seinem Herzen zu folgen.

gandalf

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20 Gedanken zu “Warum wir alle Menschen sind , aber nicht jeder menschlich ist.

  1. Großartig und sowas von auf den Punkt gebracht…. Mich hat es auch fast zu Tränen gerührt und ich habe eine Gänsehaut…. es ist gruselig und unfassbar was aus unserer Welt wird…. Und deshalb müssen wir mit Lebensfreude und Fröhlichkeit dagegen steuern.

  2. Ich danke dir für das Teilen dieser unfassbaren Unmenschlichkeit. Man bildet sich ja immer ein, dass die Menschen zivilisierter und mit Respekt gegenüber Behinderung oder auch Homosexualität umgeht. Schließlich leben wir ja im fortschrittlichen 21. Jahrhundert. Deine Geschichte zeigt wieder einmal das dem nicht so ist. Mir als Mutter (die ebenfalls mit ihrem Kind beim Babyschwimmen war und mein Sohn liebte es) blutet das Herz bei so viel Unverständnis. Dein letzter Satz: Es kommt im Leben nämlich nicht darauf an, die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen, sondern verdammt nochmal darauf seinem Herzen zu folgen., trifft es auf den Punkt! DANKE

    • Ich danke Dir für Deinen herzlichen Kommentar! Wenn es weiterhin Menschen wie Dich gibt, werde ich die Lust am Bloggen wohl niemals verlieren.
      Deine Stellung dazu teile ich zu 100%. Mir unbegreiflich, warum Homosexualität überhaupt noch ein Thema ist, es sollte wirklich selbstverständlich sein, weil es egal ist, wen wir lieben – solange wir lieben!
      Ein schönes Wochenende, wünscht Dir Peppa!

  3. Hallo Peppa,
    danke für deinen wunderbaren Beitrag. Da kann ich auch wieder viele Storys zu beitragen. Wenn ich mit meinen „Zu Betreuenden“ auf Tour bin, erlebe ich auch so meine Abenteuer mit unseren ach so lieben, verständnisvollen Mitmenschen. Meist gehen wir nur in ausgesuchten Restaurants, Parks, Kneipen, Geschäften… wo wir genau wissen, dass wir willkommen sind.

  4. Man kann es kaum glauben das es sowas gibt und von der Leiterin des Schwimmkurses auch noch umgesetzt wurde.
    Ich finde das nicht akzeptieren von „besonderen Menschen“ wird immer schwieriger in unserer Gesellschaft und das obwohl es so viele besondere Menschen gibt. (Andere würden behinderte Menschen sagen.)
    Auch das stigmatisieren psychischer Erkrankungen finde ich schlimm. Ich schweif ab, sorry.

    Und das schlimme es ist sogar in sozialen Berufen vertreten oder eben bei Leitern, die mit Menschen zu tun haben, das finde ich besonders schlimm.

    • Ich war auch sprachlos! Es tut mir leid, für meine späte Antwort, aber ich finde diese neue Benachrichtigungsanzeige total unübersichtlich.
      Dankeschön für Deinen Kommentar, und schön, dass Du meinen Beitrag geteilt hast!
      Einen schönen Tag für Dich!
      Liebe Grüße
      Peppa

      • Kein Problem, ich komme mit dem ganzen Programm auch noch nicht wirklich klar.😁

        Wünsche dir auch noch einen bezaubernden Tag und vielen Dank für das liken meiner Beiträge!
        Liebe Grüße
        S.😉

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