Zwischen Bratäpfeln, Schlümpfen & Last Christmas

Bevor ihr langsam denkt ich wäre in der Vorweihnachtszeit irgendwie unter den letzten Lebkuchen gekommen: Ich lebe noch – na ja…wieder könnte man sagen. Letzte Woche hatte ich eine eher unromantische Beziehung zu einer Grippe entwickelt, die mich die komplette Woche fest im Griff hatte. Und ob ihr es glaubt, oder nicht. Peppa, 35, Weihnachtsliebhaberin, hat es noch nicht mal geschafft auch nur einen Glühwein zu trinken. Nein – nicht weil ich meine hart erkämpfte 38 nicht in Gefahr bringen möchte, [das erledigen im Moment die allabendlichen Schokorosinen] ich habe schlicht und einfach keine Zeit. Diese besinnliche Vorweihnachtszeit tauscht bei mir jedes Jahr wieder mit dem chaotischen Jahresendspurt.

Auf unangefochtener Spitze steht noch immer die Hochzeit der Nachbarn. Heute abend wird der Kranz befestigt und am Freitag ist dann endlich die Hochzeit – somit habe ich den ersten Becher Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt für den Nikolaus-Samstag bereits fest eingeplant. Und dann habe ich mir vorgenommen aus dem Ende des Jahres mal das Tempo zu nehmen und die Weihnachtszeit zu genießen. In 2 Wochen ist mein Jahr immerhin arbeitstechnisch schon gelaufen, und dann? Möchte ich gerne etwas Weihnachtsmarkthopping betreiben. Ganz oben auf meiner Liste steht Aachen, und darauf freue ich mich wirklich schon sehr.

Trotzdem vermisse ich dieses Kind-sein von früher. Ich hatte so eine Schalplatte damals: Weihnachten mit den Schlümpfen, die lief zur Weihnachtszeit bei uns zu Hause rauf und runter. Und da unsere Anlage nicht nur Boxen im Wohnzimmer hatte, sondern auch Boxen im Bad und in der Küche, habe ich das ganze Haus damit gequält beschallt. Jeden Tag hat mir meine Mutter eine Geschichte aus „Schnüpperle-24 Geschichten zur Weihnachtszeit“ vorgelesen und ich habe sie jedes Jahr aufs Neue damit genervt, dass ich auch unbedingt einen Hund zu Weihnachten möchte, den ich natürlich nie bekommen habe. Ich erinnere mich an die Bauchschmerzen, weil ich mehr Plätzchenteig genascht, als auf dem Backblech verteilt habe und an die köstlichen mit Wallnüssen und Marzipan gefüllten Bratäpfel, die meine Mutter mit selbstgemachter Vanillesoße und Rosinen serviert hat.

Ich kann mich noch an die kalte, rote Nase erinnern, die ich bekommen habe, wenn mein Vater und ich stundenlang auf dem Schlitten beim Rodeln verbracht haben und wenn ich mich anstrenge, dann rieche ich sogar noch die Gans, die stundenlang im Backofen brutzelte und die, die knusprigste Haut hatte, die danach natürlich nie wieder jemand so toll zubereiten konnte, wie meine Ma damals.

Aber am schönsten war diese Weihnachststimmung. Dieses Gefühl. Könnt ihr Euch daran auch noch erinnern? Vorfreude, Gemütlichkeit, diese ganze Festlichkeit, die an Weihnachten in der Luft liegt. Ich könnte schwören, dass man dieses Gefühl mit Kinderaugen sogar sehen konnte. Dieses Strahlen und Leuchten, dass für Erwachsenenaugen immer weniger wird und bei einigen sogar komplett erlischt. Wunschzettelschreiben, der dann natürlich vom Christkind abgeholt wurde. Ich habe es zwar leider nie zu sehen bekommen, weil es meinen Wunschzettel immer ausgerechnet dann abgeholt hat, wenn ich grade nicht im Raum war, aber meine Mutter hat mir jedes Jahr glaubhaft versichert, dass sie die Glöckchen von ihm gehört hat, als es meinen Wunschzettel mitgenommen hat. [zwinka]

Die Zeit rast nur so dahin – und jetzt sind es nur noch 3 Wochen bis Weihnachten. Ich wünsche Euch Eure Zeit besinnlich. Genießt sie. Gönnt Euch Ruhe und habt eine schöne Zeit mit Euren Lieben, mit Eierpunsch, gebrannten Mandeln, Advenstkalendern & Kränzen, Nüssen, Lebkuchen und schöner Musik, es muss ja nicht unbedingt „Last Christmas“ sein, das ausser mir anscheinend niemand leiden kann, aber ich weiß schon jetzt, welches Lied ich hören werde, wenn ich mich dieses Jahr auf den Weg zur Familie mache: „Driving Home for Christmas“ wird mein Soundtrack in die Heimat sein!

Schnee würde ich mir auch wünschen, falls diesen Eintrag jemand liest, der darauf Einfluß hat:

BITTE VIEL SCHNEE!

Und auch, wenn mein erwachsenes Weihnachtsgefühl sich von meinem kindlichen Weihnachtsgefühl unterscheidet, habe ich mir vorgenommen die Adventszeit bewußt zu genießen, vielleicht entdecken meinen Augen den Weihnachtszauber vergangener Tage doch hier und da wieder…..

 

[Glöckchenklingen] Schöne Adventszeit, ihr Lieben!

 

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Zwischen Bratäpfeln, Schlümpfen & Last Christmas

  1. Danke, liebe Peppa, für diesen wunderschönen Beitrag, der auch mich in meine Kindheit geschickt hat.
    Alles Liebe, Dana
    P.S. Wir lesen uns auf Twitter.

    • Hallo liebe Dana!
      Dankeschön für das Kompliment. Schön, wenn ich es geschafft habe, auch Dir eine kleine Zeitreise zu bescheren! 🙂
      Liebe Grüße
      Peppa
      PS: Das machen wir! Ich finde es klasse, dass so viele von Euch auch auf Twitter sind!

  2. Hallo Peppa,
    Hier ist es weiss. Der erste Schnee liegt. Der Frost hat ihn fest im Griff.
    Du kommst nach Aachen?
    Das ist nicht weit von mir. Aachen ist schön in der Weihnachtszeit, zwar bisschen überlaufen, aber es gibt schöne Ecken.
    LG Noemie

    • Hallo Noemie,

      ich habe mir sagen lassen, dass der Weihnachtsmarkt wirklich schön sein soll. Ich wäre auch gerne nach Dresden gefahren, aber das ist mir dann doch zu weit 🙂
      Wenn Du einen Tipp für mich hast, was ich ich mir in Aachen unbedingt sehen sollte, dann bitte her damit!

      Schönen Tag für Dich & Liebe Grüße
      Peppa

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