Digital Detox vs. We Never Look Up

So, jetzt raten wir mal, woher dieser Trend kommt. USA – richtig! War jetzt auch nicht wirklich schwer, aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Trend, der so langsam auch bei Deutschen Konzernen, wie Mercedes Benz Einzug hält? Wie würdet ihr es finden, wenn ihr aus dem Urlaub kommt und ihr hättet nicht eine einzige ungelesene Mail in Eurem Postfach? Nach meinem letzten Urlaub hatte ich niedliche 777 Mails (das ist wirklich wenig, im Vergleich zu anderen Jahren), aber nichtsdestotrotz ist der Urlaub schon wieder in weite Ferne gerückt, bis man sich durch seine Inbox gequält hat. Von daher würde ich das eigentlich ganz schön finden! Bis hierhin also ein eindeutiges „ja“ zum Thema!

Aber nicht nur Unternehmen beschäftigen sich mit Digital Detox, denn wir verbringen alle sehr viel Zeit im Netz. Rund um die Uhr, und selbst wenn wir schlafen ist das Handy in den seltesten Fällen aus. Soll ich Euch verraten, wann mein Handy aus ist? Wenn ich meinen Akku nicht aufladen kann, und es von selbst ausgeht. Das Todesurteil für jeden Twitterer…. Aber so witzig ist es eigentlich nicht, denn auch unzählige, wissenschaftliche Studien belegen: Daueronline zu sein, alle möglichen und unmöglichen Informationen in Endlosschleife aufzunehmen, ist alles andere als gesund. Das Paradoxe daran: Es wird immer schlimmer, als besser werden, denn die Unternehmen, Nachrichtendienste, App-Hersteller passen sich unserem Verhalten an und bedienen uns mit immer weiteren und neuen Features, damit wir immer mehr Zeit online verbringen.

Meine Welt würde nicht aufhören sich zu drehen, wenn ich Twitter und meinen Blog nicht mehr nutzen würde, aber fehlen würde es mir schon. Wenn ich mich aber mal so umsehe, finde ich es erschreckend, wie viele Menschen es gibt, die nicht nur 1 soziales Netzwerk nutzen, sondern  parallel auf Twitter, Instagram, Tumblr, Facebook, Google+, Youtube, MySpace & Co unterwegs sind. Bekommen die im Real Life eigentlich noch etwas auf die Reihe, oder haben die sich komplett im Netz verloren?

Da wir ja anscheinend nichts mehr alleine entscheiden können, gibt es aber auch schon eine Detox-App fürs Smartphone: Offtime. Mit Offtime soll der reizüberflutete User bewusst kürzer treten, deswegen ermöglicht die App das Einrichten von Ausnahmen bei Anruf- und Textnachrichten-Blockierungen, das Blockieren einzelner Apps, die Schaffung verschiedener Profile und das kalenderbasierte Aktivieren und Deaktivieren kann die App ebenfalls managen. Und nun kommt noch eine ganz tolle Funktion [Trommelwirbel] Sie stellt eine Zusammenfassung aller wichtiger, verpasster Ereignisse zusammen, nachdem Deine Offtime beendet wurde. HÄ??? Fassen wir zusammen: ich stelle meine Offtime ein, damit ich weniger Zeit online verbringe, nur um hinterher doch alles nachzulesen, und um trotzdem noch Anrufe und Nachrichten bestimmter Personen und Apps zu erhalten?! Der tiefere Sinn erschließt sich mir leider nicht, aber ich muss auch nicht immer alles verstehen.

Ich brauche keine App, um zu entscheiden, wann ich welche Nachrichten, Tweets oder WA lesen oder erhalten möchte. Das bekomme ich so grade eben noch selbst auf die Reihe, und wenn ich einen Tag mal keine Lust habe, mich in 140 Zeichen auszudrücken, dann lass ich es eben bleiben. Aber auch hier setzt der Amerikaner einen weiteren Trend: Im Silicon Valley liegen „Digital-Detox-Feriencamps“ für Erwachsene voll im Trend. Der 4 tägige Aufenthalt kostet 570 Dollar – wer das Geld also übrig hat – kann sein analoges Ich auf diese Art wiederfinden. Dabei wundert es mich auch nicht mehr, dass die Teilnehmer dieser Camps überwiegend bei Google, Facebook & Co. angestellt sind…

Natürlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, wieviele Portionen „online“ am Tag für er, sie & es am besten sind, aber manchmal ist es auch schön, wenn man einfach mal miteinander ins Gespräch kommt, egal ob an der Bushaltestelle, an der Kasse oder beim Bäcker, denn leider sieht unsere Welt immer mehr so aus, wie es  We Never look up auf seiner Seite präsentiert.

 

 

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4 Gedanken zu “Digital Detox vs. We Never Look Up

  1. Schrieb grad einen Kommentar, aber der ist nun weg? Daher noch einmal:

    Ich bin anders als du, was Twittern angeht, und ich habe kein Smartphone, sodass die WhatsApp-Sache an mir vorbeiläuft. (Und ja, schon einige Male habe ich gehört, dass ich Sachen besser mitbekäme, wäre ich bei derundder WhatsApp-Gruppe. Und unhöflich, wenn dauernd jemand auf sein Handy sieht, obwohl er am Essenstisch sitzt oder in einem Gespräch ist, finde ich es sowieso.

    Aber dass nun auch eine Offtime-App gebraucht wird, halte ich für lachhaft. Der einslive-Typ, der sie vorstellte, während ich Radio hörte, schien aber ganz begeistert. Kann denn niemand mehr sein Handy von sich aus auf lautlos stellen oder einfach in einen anderen Raum legen? Muss das eine App regeln? Da frage ich mich so langsam: What the fuck?!

    • Genau so ging es mir auch! Deswegen musste ich Offtime auch noch mal googlen, weil ich ich dachte, dass ich ein entscheidendes Detail nicht mitbekommen hätte. Fehlanzeige. Ich finde es nach wie vor völlig überflüssig und sinnlos. Es ist schon recht traurig, wenn ich mir von einem Programm sagen lassen müsste, wann und wie lange ich ein Maschine zur Seite legen soll / muss.
      Verkehrte Welt. Manchmal hilft nur wundern……

  2. Ich geh erst mal Detox googeln..
    Dachte zuerst es handelt sich um ein neues Botox.. Auch wegen Trend aus den USA und so.
    Was offtime betrifft, sag ich nur, ich könnts nicht brauchen. Ich bin für jede sms, jeden anruf, jeden fb kommentar dankbar^^

    • Schmittchen – Du kennst doch sonst immer ALLES! 😀 Und von einer bestimmten Person kannst Du im Moment gar nicht genüg bekommen, gell? 🙂 Ich brauche offtime aber auch nicht. Was mich nervt, oder stört kann ich sogar app-frei ausblenden! Komm gut in die Woche :*

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