Warum ich keinen Autorenbetreuer brauche

Seitdem ich diesen Blog habe, bekomme ich eine Menge merkwürdiger Anfragen. Auf die von gestern, möchte ich heute mal näher eingehen:

Guten Tag,

bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihre Website „peppalovestocook.wordpress.com“ aufmerksam geworden.
Ich arbeite für den Verlag Lebensreise (verlag-lebensreise.de). Wir möchten unser Verlagsprogramm ausweiten und suchen daher aktiv nach interessanten Lebensgeschichten. Haben Sie gegebenenfalls autobiografische Texte, die Sie in Buchform publizieren möchten?
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne via E-Mail zur Verfügung. Unsere Internetseite informiert selbstverständlich auch über unser Verlagskonzept.
Bereits vorab ein Hinweis zu unserem Verlagskonzept: Eine Buchpublikation beim Verlag Lebensreise ist honorarvergütet und absolut kostenfrei.

Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.

 

Guten Tag. Aha. Das ist mir in etwa so lieb, wie die Kollegen, die meinen Namen als Anrede mit einem freundlichen Komma verwenden – ohne mir wenigsten ein „hi“ zu gönnen. Ich finde es unhöflich. Umso merkwürdiger ist es eine Mail zu bekommen, die Interesse an meinem Blog ausdrücken soll, es aber nicht mal dazu reicht nachzulesen, wie ich hier heiße! Peppa, sehr erfreut.

Ihr Angebot lehne ich dankend ab. Das hat mehrere Gründe, und da ich aber von Natur aus kein unhöflicher Mensch bin, schauen wir uns diese doch einfach mal genauer an:

Verlage, die aktiv nach Autoren suchen, machen mich ja schon per se misstrauisch, also kann man in wenigen Klicks mal eben recherchieren, wo der Hase im Pfeffer liegt. Dieser Verlag verzichtet BEWUSST auf kostenpflichtige Zusatzleistungen, wie Lektorats- und Formattierungsservice sowie auf Farbdruck und Hardcoverausgaben!

Ah ja. Das macht ja schon mal gar keinen Sinn. Ein herausgebrachtes Buch sollte wie eine Visitenkarte für einen Verlag dienen, daher ist jedem seriösen Verlag auch sehr daran gelegen, dass es sehr wohl durch einen Lektorat gegengelesen und entsprechen verbessert wird.

[Und mal unter uns: Ihr kennt mich! Ich schaffe es sogar mich in nur 140 Zeichen zu verschreiben!]

Schauen wir uns doch mal den Punkt an, der jedem ins Auge springen dürfte:

Eine Buchpublikation beim Verlag Lebensreise ist honorarvergütet und absolut kostenfrei.

Das stimmt sogar…na ja teilweise. Die Vergütung ist an einen Mindestumsatz geknüpft, den – ihr ahnt es wohl – so schnell niemand erreicht, denn der Witz an der Sache? Der Verlag hält sich offen, das Buch im Internet zu veröffentlichen. Wer sollte es denn dann noch kaufen, wenn es völlig überteuert bei Amazon & Co. angeboten wird? Es klingt zwar ausgesprochen fortschrittlich Bücher im „Print-on-Demand“ Verfahren zu drucken, aber das bedeutet im Umkehrschluss nur, dass das Buch dann gedruckt wird, wenn es auch tatsächlich verkauft ist. Die Druckkosten sind somit immens hoch, und führen dazu, dass ein Buch mit zum Beispiel 364 Seiten gleich mal für 58.80€ zum Verkauf steht! Die Rechtschreibfehler in diesem Buch sind dafür gratis – wenistens das bedenkt bitte 🙂

Fassen wir zusammen: Ich denke nicht, dass wir ins Geschäft kommen. So sorry! Aber ich bin selbst stolze Besitzerin eines E-Book –Readers und Bücher von  Nachwuchsautoren bekomme ich bei Amazon bereits ab 2,99€. Sollte es also mit mir durchgehen, dann versuche ich mein Glück wohl erstmal alleine, aber trotzdem ein nett gemeintes „Dankeschön“ für das Angebot.

Bis dahin bleibe ich dann lieber hier und quäle Euch mit meiner Lebensgeschichte. Und wenn ihr mich und meine Rechtschreibfehler vermisst, bekomme ich sogar ganz liebe Mails von Euch, und das sogar mit persönlicher Anrede!

Vermisstenanzeige

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4 Gedanken zu “Warum ich keinen Autorenbetreuer brauche

  1. Ja quäle mich – lach – Was für ein Unsinn. Ich bekam die selbe Mail (War deine auch im Spamordner?) und ein Bekannter von mir auch. Keine Ahnung was man damit bezweckt auf alle Fälle wirklich skurill was sich alles so tummelt im Netz…

    • Ich überlege grade, was die sogenannten Autorenbetreuer wohl ursprünglich mal gelernt haben 😉
      „Und, was machst Du so beruflich?“
      „Ich bin Autorenbetreuer!“
      „Spannend!“
      „Nee ich spame Blogger die Inbox voll.“

      Wahrlich spannende Sache. Ihhhh. ich werde fies. Lassen wir das lieber 😉 Meine war übrigens in der Inbox….

  2. Ich möchte bitte auch weiterhin von Dir gequält werden. Eigentlich quält mich hier hier eher der Editor, denn immer wieder verschwindet der von mir fertig verfasste Kommentar, wenn ich versuche, mich einzuloggen…Ärgerlich, aber ich probier´s halt so lange bis er kleben bleibt…äh, der Kommentar. LG Picco

    • 😀 Das fine ich sehr lieb von Dir, Picco! Ich mache das nämlich auch sehr gerne. Ich war letze Woche im Urlaub. Ich lese mich erstmal wieder bei Euch ein.
      Danke, für Deine Geduld mit dem bösen Editor.
      Auf Deine Kommentare möchte ich nämlich auf gar keinen Fall verzichten!
      Liebe Grüße
      Peppa

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