A Place With No Name vs. You Better Think Twice

Ich weiß, so heisst das neue Album von Michael Jackson. Ich finde das irgendwie ganz schön spooky. Nein – gegen seine Musik habe ich nichts. Im Gegenteil – ich bin mit seiner Musik aufgewachsen und fand sie schon immer super. Damals (35 Jahre, leicht verzweifelte Bloggerin), als es noch richtig gute Musikviedeos gab, war er ein echter Held für mich. Ich verenne mich schon wieder. Ich wollte nämlich keinen Michael Jackson Eintrag schreiben, vielmehr habe ich im Radio grade den seinen neuen Albumtitel „A Place With No Name“  gehört, und bin da gedanklich kurz hängen geblieben.

Ich musste daran denken, dass ich gestern einer Blog-Freundin den Rat gegeben habe, sich bei einer Person zu melden, mit der sie ein Mißverständnis hatte. „Habe ich schon, aber ich habe keine Antwort bekommen!“ Dann melde Dich nochmal bei ihr, habe ich ihr daraufhin geantwortet.  Unsere Zeit ist schnelllebig geworden. Wir treffen auf Menschen, wir lassen Menschen hinter uns. Einfach so. Meist auch ohne zurückzublicken. Woran liegt das eigentlich?

Eigentlich müsste doch jeder bereits gemerkt haben, dass man nicht oft auf Menschen trifft, mit denen man sich auf Anhieb gut versteht. Warum ist es heutzutage üblich, sich irgendwann einfach umzudrehen, ohne mal zurückzublicken? Was machen diese Menschen mit ihren Erinnerungen?  Diese Gedanken kamen mir spontan, als ich den Titel „A Place With No Name“ gehört habe.

Irgendwo auf dieser Welt muss dieser Platz ohne Name existieren. Geschaffen für die Erinnerungen an Menschen, die einfach aus anderer Menschen Leben rennen, ohne sich darüber weiter Gedanken zu machen.  Und soll ich mal eine Vermutung äußern? Dieser Platz der verlassenen Erinnerungen muss verdammt voll sein. Ich habe heute daher nur 2 Dinge loszuwerden:

Zum einen: Wenn euch ein Mensch wichtig ist, und ihr merkt, dass er sich aus eurem Leben entfernt, dann sagt diesem Menschen das. Ihr könnt nicht wissen, ob ihr später noch einmal diese Gelegenheit bekommt. Ich mache das im Übrigen auch so, ich möchte mich nicht irgendwann fragen müssen, warum ich es nicht zumindestens versucht habe. Wenn mir jemand wirklich wichtig ist, dann strecke ich auch gerne 2 Mal meine Hand aus. Wisst ihr warum? Weil ich mich mir den Platz ohne Namen gar nicht schön vorstelle, obwohl es da sehr voll sein muss, stelle ich es mir dort trotzdem einsam vor. Abgelegt, weggeschobene und weggeworfene Erinnerungen können wohl kaum besonders gute Laune versprühen. Ich behalte meine Erinnerungen gerne. Manche Erinnerungen lerne ich auch erst mit der Zeit zu schätzen, aber die landen zumindestens nicht auf einem Haufen fremder Erinnerungen an einem Platz ohne Namen.

Zum anderen: Wenn ihr eher zu den Menschen gehört, die ihre Erinnerungen lieber an dem namenlosen Ort abladen und dann einfach weiter zieht, dann denkt doch vielleicht nochmal nach, ob ihr ohne Fehler, ohne Ecken und Kanten seid, denn euer Gegenüber scheint euch so akzeptiert zu haben. Ohne Namen ist kein Ort dieser Welt schön. Anstatt alleine weiterzugehen, kann man lieber zusammen weiterziehen und falscher Stolz wird euch am Ende nur einsam und traurig machen, denn Menschen, die Hände ausstrecken gibt es leider immer weniger.

 

Unsere Leben und unsere Entscheidungen, jede Begegnung, eröffnet eine neue mögliche Richtung

Cloudatlas

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Seid lieb zueinander!

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23 Gedanken zu “A Place With No Name vs. You Better Think Twice

  1. Ja, Menschen sind eben Wegwerfartikel geworden, so wie alles, was mal lieb und teuer war, heute wird verbraucht…einen Einwand habe ich aber doch, gerade aus eigener Erfahrung. Irgendwann muss man einen Menschen eben auch gehen lassen. Ich hatte eine gute Freundin, die von hier wegzog und die ich seither ein paar Mal versuchte anzurufen und der ich auch Nachrichten schrieb, jedoch immer ohne Antwort. Neulich traf ich eine gemeinsame Bekannte und sie sprach mich auf sie an, doch ich wusste, es war schon längst die Zeit verstrichen. Ich finde es schade, aber ich musste sie doch irgendwann einfach abhaken und einen Schlussstrich ziehen, zu meinem eigenen Wohl.

    • Da stimme ich Dir auch voll und ganz zu. Man sollte aber nicht einfach zusehen, wie ein lieb gewonnener Mensch sang und klanglos verschwindet.
      Wenn man dem Menschen deutlich gemacht hat, dass er einem etwas bedeutet und es kommt keine Reaktion, dann ist es auf jeden Fall besser diesen Menschen loszulassen! (Gleiche Situation wie bei Mrs. Smith und ihrem Freund – Du erinnerst Dich?)
      Dennoch: Es ist besser auch mal einen oder sogar 2 Schritte auf einen Menschen zuzugehen, als gar nichts zu unternehmen. Am Ende weiß man immerhin, woran man ist! Liebe Grüße Peppa, und herzlich willkommen bei mir 🙂

    • Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 3 Verschenkte Jahre liegen zwischen uns, und ich weiß gar nicht mehr, was ich ohne Dich gemacht habe. Ich weiß nur, dass es ohne Dich alles viel viel viel schlechter war, und mit Dir ist es alles viel viel viel besser! Du bist immer für mich da. Egal wann und wo Du grade bist. Ich wache jeden Morgen auf und weiß, dass Du da bist, und das ist schön! Und jetzt hab ich Pipi in den Augen 🙂 Ich bin schon ne schräge Schachtel, aber ich bin immerhin auch Dein Batz :* und Du meine Schnecke, und manchmal auch Eule!

      • Ohhh….lese das jetzt erst (WA ist gerade raus). Hab jetzt auch Pipi in den Augen 😦
        Du hast das soooo schön geschrieben, ich kann darauf gar nichts antworten bzw. erwidern. (ohne mich hast du anscheinend aber weniger Dummheiten gemacht! Obwohl ich da gaaaaaar nichts mit zu tun habe) Drück dich. :-*

  2. Ach, liebe Peppa Du hast mich zum Weinen gebracht. Danke, danke, danke dass Du mir den Mut gibst diese Nachricht zu schreiben die ich anschließend verfassen werde. An einen Freund, der sich nie meldet, der jedoch ein sehr guter Freund war, damals. Manchmal ist die Offensive besser als versteckte Botschaften. Und besser als zu verlieren und sich zu fragen, was gewesen wäre wenn ich es doch bloß versucht hätte.
    Hab einen schönen Tag,
    fühl Dich gedrückt. 🙂

    • OH NEIN! Ich hab gestern sogar mich zum Weinen gebracht. Trotzdem freue ich mich, dass ich Dich durch meine Worte dazubringen konnte, etwas zu unternehmen, oder über Deinen Freund noch einmal nachzudenken. Schmittchen, wenn ich von Dir einen Drücker bekomme, ist der Tag gerettet. Drück DIch zurück! Liebe Grüße von Deiner Frau Pfeffer 🙂

  3. Hallo Peppa, Ich habe deinen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden! 😉
    Ich habe ihr einen kurzen belanglosen Kommentar auf einen von ihr verfassten Post gemacht. Und ja, sie hat kurz und bündig drauf geantwortet. Da schöpfe ich natürlich Hoffnung. Aber ich möchte dir jetzt nicht öffentlich sagen, was sie öffentlich über mich gesagt hat.
    Noch einen schönen Freitagabend!

    • 🙂 Ich habe mit einem Zaun gewinkt! Winken kann ich nämlich gut! Du brauchst hier nichts öffentlich zu erklären. Wenn Dir danach ist, steht Dir meine Mailbox offen! Ich hoffe, dass sich die Geschichte wieder einrenkt. Da es nun schon Samstag ist: Dir einen schönen Samstag! Liebe Grüße Peppa!

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