Peppa und der Bunny-Hunter

Ich mache in dieser Firma echt einen Streifen mit. Und was für einen.  Jemand Interesse an einer peinlichen Story? Immer? Also los:

Ich habe einen Kollegen, der sitzt im Büro nebenan. Dieser Kollege ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, zumindestens fällt mir das schwer. Ich habe so einen Menschen nämlich vorher in meinem ganzen Leben noch nie kennengelernt. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, gebe ich einfach mal an paar Details:

34 Jahre, typisches Bad-Boy-Image. Ich kenne sämtliche Einzelheiten seiner kompletten Frauengeschichten und deren sexuellen Vorlieben, vor allem weiß ich auch Dinge, die ich gar nicht wissen will und wissen wollte. Es passsiert oft, dass ich zu ihm sage: Stopp – bitte nicht noch mehr Details. ICH!! Ja, genau ich! Obwohl ich sonst bestimmt nicht zimperlich bin, und so weit weg von prüde bin, wie es nur eben geht. Er nimmt sich die Frauen, wie er da grade Lust zu hat. Der Menge an Geschichten zu urteilen, gibt es viele willige Frauen da draussen, aber egal! Ich möchte nur, dass ihr euch ein Bild machen könnt. In seinem Job ist er 1A mit *, allerdings weiß so gut wie jeder hier, dass er ein echter Bunny-Hunter ist. (Ich habe versucht das möglichst höflich auszudrücken, wie ihr vielleicht festgestellt habt.)

So, wir rufen uns jetzt nochmal kurz in Erinnerung, dass ich in einer seeeeehr großen Firma arbeite, ok? Was passiert in großen Firmen? Es wird geredet. Es wird viel geredet. Es werden Gerüchte in Umlauf gebracht, die an den Haaren herbeigezogen sind, sich aber trotzdem über Jahre halten. Hier möchte ich noch kurz anmerken, dass es dafür auch einen offiziellen Namen gibt: Flurfunk – der nicht ohne Grund seinen Ursprung in unserer Produktion findet. Eine riesige Halle voller Kerle, die im Übrigen nicht weniger (hahahaha), sondern eher viel mehr reden, als ich das von den Büroleuten mitbekomme. Ich bekomme das deswegen so gut mit, weil ich beruflich viel mit der Produktion zu tun habe, denn ein Großteil meines Teams ist ein Teil davon.

14 Uhr. Bunny-Hunter betritt  mein Büro.

„Du musst mit mir eine rauchen gehen. Ich brauche auch dringend einen Kaffee!“

„Ich muuuuuuss?“

„Ja – Du warst letzte Woche nicht da. Mein neuer Chef aus Amiland war da. Ich erzähl Dir davon!“

(Ja, er weiß was zu tun ist. Mein zweiter Name ist Neugierde)

„Dann los!“

Auf dem Weg in die Kantine, erzählt er mir dann also, wie die unterwegs auf Kundenbesuch waren, und eigentlich nach Frankfurt fliegen wollten, die Lufthansa aber gestreikt hat, und er dann kurzentschlossen, seinen Chef dazu überredet hat, mit ihm zu seinen Eltern zu fahren, die dort aus der Gegend kommen, damit die zwei nicht bis 3 Uhr nachts im Auto sitzen müssen. (Kein Mensch, den ich kenne, würde seinen obersten Amichef mit zu seinen Eltern schleppen! NIEMAND macht so etwas…er schon)

Wir betreten also die Kantine, in der zu dieser Zeit mein komplettes Team sitzt und auch sonst nur noch Werker aus der Produktion. Ich muss nicht besonders betonen, dass man eh schon schief (aber mit Augenzwinkern) angesehen wird, wenn Frau mit dem Bunny Hunter on tour ist? Ok?  Wir sind also unter wachsamen Augen bei der Kaffemaschine angekommen. Ich winke freundlich zu dem Tisch von „meinen Männern“ , während er mir garde davon erzählt, wie seine Eltern in der Haustür seinen neuen Chef begrüßen.

„Mein Vater streckt ihm die Hand aus, und begrüßt ihn sogar auf englisch.“

[er streckt mir seine Hand entgegen]

[ich gucke verwirrt, nehme die Hand aber nicht, warum soll ich einem Kollegen mit dem ich in die Kantine gehe, und schon viel längere Zeit als notwendig vor dem ollen Kaffeeautomaten stehe, auch noch die Hand geben]

[er nimmt seine Hand endlich runter]

[ich will nur noch aus der Kantine,  weg von den fragenden, lächelnden Blicken anderer und vor allem MEINER Kollegen]

Da setzt er von neuem an:

„Und meine Ma hat so gemacht.“

[Umarmung]

Und so stehe ich in der Kantine, die randvoll mit den schlimmsten Klatschkerlen gefüllt ist, und werde vom Bunny Hunter vor der Kaffeemaschine umarmt. Eines muss ich aber sagen: Es war in dieser Kantine noch nie so still wie in diesem Moment….

Ich wünsche euch einen tollen 1. Mai, und lasst euch auch mal wieder umarmen, es muss ja nicht immer ein Bunny Hunter sein.

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30 Gedanken zu “Peppa und der Bunny-Hunter

    • Oh, ein Twitter-Kollege 🙂
      Das wird sich zeigen, ob da etwas nachkommt! Aber ich kenne ja meine Kollegen. Und die kenne ich gut. Ich lebe in der Hoffnung, dass die das beim in den Mai tanzen vergessen. (was vermutlich nicht passieren wird) Aber ich sehe schon…der Eintrag schreit nach einem 2. Teil.
      Liebe Grüße Peppa

  1. Hätte die liebe Peppa jetzt doch eine unterbezahlte, aber überqualifizierte Kraft, nennen wir sie mal ‚den Praktikant‘, welche jegliches Gerücht im Keim ersticken könnte. Das wäre es doch. 😀 Hast mich echt amüsiert mit deiner Geschichte. 🙂

    • Nennen wir mal den Verfasser „wordsrevolution“ an dieser Stelle mal Praktikant, dann müsste er ein verdammt schnelles Auto haben. Aber in der Theorie würde ich zum Praktikanten sagen: Just do it, und bringe mir bitte einen Kaffee mit Milchschaum mit, ich gehe die nächsten 100 Jahre nämlich nicht mehr in die Kantine. Zumindestens nicht um 2 und nicht mit dem Bunny Hunter 😀

    • Das ulkige ist. Der Gute hat weder Schmerzgrenze noch Schamgefühl. Der fand das nicht mal schlimm 😀
      Der setzt sich lieber vor Frauen in Szene… es waren aber nur Männer anwesend. Das hätte der auch im Büro ohne Zuschauer gemacht. Und jetzt denke ich wieder: Der Kollege hat einen 2. Blogpost verdient!! Ich überlege es mir mal 🙂 Schönen Feiertag, liebe Picco!

    • 🙂 Gerne! Ich glaube es sollten noch ein paar seiner Anekdoten folgen. Ich habe auch schon eine im Kopf. Peppa und der Bunny Hunter auf dem Herren-WC 😀
      Wäre ja schade, wenn ihr euch darüber so amüsiert, und ich behalte die ganzen Geschichten für mich! Liebe Grüße Peppa

  2. Jetzt ist es 00.49 und du hast mich heute zum ersten mal lachen gehört. Gut, dass ich so spät noch rein geschaut habe!

  3. Bunny-Hunter *lol* Der kommt aber nicht zufällig jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und zieht sich dann vor dir um? Sehr geil, wenn der Chef im Schlepptau mit zwei VVVIP dein Büro betritt und der Kollege in Boxershorts vor dir steht…

    • In Boxershorts im Büro….. 😀 Die Situation hatte ich zum Glück noch nicht. Knapp davor gabs allerdings schon. Oh Mann. Ich schreibe wirklich nochmal einen Eintrag über ihn 😉
      Hab einen schönen Tag, meine liebe Bella :*

  4. Pingback: Warum ich lieber kein Mann geworden bin. | Peppa loves 2 cook

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