Warum Frauen irgendwann so wie ihre Mütter werden…..

Ich fand meine Mutter früher total anstrengend. Zum einen war sie eine ständige Spaßverderberin im klassischen Sinne, was eigentlich ALLES umfasste, das mir irgendwie Spaß machte. Zum anderen war sie total streng und absolut penibel. Ich musste mit 15 Jahren tatsächlich am Wochenende um halb 10 zu Hause sein. „Zum Glück“ gab es damals Eltern, die das nicht so streng gesehen haben. Deswegen würde ich immer hellhörig werden, wenn es zum Thema: „Übernachtungsbesuche bei Freundinnen“ kommt. 😉 Ich hatte logischerweise als Kind / Jugendliche diverse Aufgaben im Haushalt zu erledigen, unter anderem das Betten machen, Kaffee kochen, Badezimmer sauber machen. Nichts von dem habe ich zu ihrer Zufriedenheit ausgeführt, weil sie immer was endeckt hat, was ich ihrer Ansicht nicht ordentlich genug erledigt hatte. Sie war absolutes Nervmonster. Das ich auch eins war spielt hier im Moment keine große Rolle, verstanden? 😉

Mit wachsendem Alter (oh was klinge ich erwachsen) stiegt aber meine Akzeptanz für ihr Verhalten. In der  ersten eigenen Wohnung habe ich mich auch hin und wieder dabei ertappt, genauso zu reagieren, wie sie es immer tat, obwohl mir gerade das immer so wahnsinnig auf den Geist gegangen ist. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es natürlich ganz normal sein sollte, dass Mütter hier und da mal etwas strenger durchgreifen, wie soll man sonst lernen, dass man im Leben auch nicht alles wischi waschi machen kann, zumindestens dann nicht, wenn man etwas erreichen möchte. Obwohl ich ein typisches Schlüsselkind war, (Eltern beide voll berufstätig) hat sich meine Ma immer ein Bein ausgerissen, damit es mir gut geht.

So habe ich auf der einen Seite zwar gelernt, dass es im Leben Regeln gibt, die man besser einhalten sollte, und auf der anderen Seite, dass ich (FAST) immer alles bekomme, was ich haben WILL, denn die wenige Zeit, die sie oft nur hatte, hat sie meist mit Geschenken wett machen wollen. Sie wollte damit ihr schlechtes Gewissen beruhigen, das sie meiner Meinung nach nicht eine Minute hätte haben müssen. Warum nicht?

Ganz einfach! Sie hat mich super hinbekommen. Ich halte mich für charakterlich, trotzs meines „Einzelkindtraumas“ für relativ stabil. Ich  kann selbständig denken, einen Haushalt führen und das beste: Ich habe eine große Portion ihres „gewissen Charmes“  abbekommen, dafür aber auch die volle Dröhnung an Dramaqueen. Ob es nun daran lag, dass ich es meist war, die sie getröstet hat, wenn mein Erzeuger nachts nicht nach Hause gekommen ist, weil er sich lieber mit fremden Frauen vergnügt hat, und um die Häuser gezogen ist. Oder auch, wenn er mal wieder im Vollrausch den Ehering vom Finger nahm, und meine Mutter es dann war, die auf allen 4 durch die Stadt kroch, um ihn wieder zu suchen. Demütigen konnte er – das muss man ihm lassen! Vielleicht hat sich etwas von ihrem Schmerz in mich eingebrannt, und lässt mich von Zeit zu Zeit etwas überzogen reagieren.

Und trotzdem würde ich mir nichts anderes wünschen. Wenn ich heutzutage am Telefon schallend lache und die Tränen kullern, dann doch meist in Gesprächen mit meiner Ma, die jetzt nicht mehr um die Ecke wohnt, wo wir uns mal eben auf einen Kaffee und 10 Zigaretten treffen können, so wie wir es früher oft gemacht haben.

Das lasse ich heute mal, als einen Teil von mir, in meinem Blog zurück. Mit einem Blick auf die Eltern, die ihre Kinder in die Welt ziehen lassen, ohne diesen überhaupt jemals Regeln,Werte und Respekt vermitttelt haben. An die Kevins, Thorben-Hendriks und Chantalles, die mit 18 nicht in der Lage sind, eine Waschmachine anzustellen, geschweige denn eine halbwegs vernünftige Mahlzeit auf den Tisch zu bekommen, oder noch einfacher: Menschen, die einem  bei der Begrüßung nicht mal vernünftig die Hand geben können, und weder ein Bitte noch ein Danke kennen.  Ganz grob zusammengefasst unter dem Stichpunkt: Manieren.

So – und weil ich mich gearde so herrlich erwachsen und vernünftig anhöre, sollte ich  lieber schnell gehen, bevor die Dramaqueen in mir, diesen Anschein wieder zunichte macht!

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16 Gedanken zu “Warum Frauen irgendwann so wie ihre Mütter werden…..

  1. Hast Du das auch mal Deiner Mutter so direkt gesagt? Würde ihr bestimmt gefallen.

    Ich muss auch immer wieder feststellen, dass ich so einige Wesensarten von meinen Eltern übernommen habe. Da sind viele dabei über die ich mich freue und wieder andere, auf die ich gerne verzichten würde. Oder man sagt Dinge, für die man die Eltern früher gehasst hat und im Augenblick wo sie den Mund verlassen kommt ein virtueller Schlag auf den Hinterkopf „Das hat mein Vater/meine Mutter auch immer gesagt“.

    Es wird noch interessanter, wenn man bei den eigenen Kindern Wesensarten feststellst, die man gelinde gesagt für nicht so ideal hält und sich wundert wo die Kinder sie her haben. Wenn man dann etwas genauer hinschaut, muss man feststellen, dass man sich selbst genauso verhält.

    • Das Verhältnis von meiner Mutter und mir ist sehr liebevoll. Sie weiß, dass ich so über sie denke. Vor allem, weil wir so viel miteinander reden.
      Ich weiß nicht, wie oft ich zu ihr sage: Mama – Du bist so peinlich. Das versteht niemand so gut wie ich!
      Meine Ma ist immer für mich da. Zu jeder Tages und Nachzeit. Sie kann an meiner Stimme hören, wenn etwas nicht ok ist, obwohl ich es vor ihr verbergen möchte. Das ist auch so ein Ding. Ich denke als: Alles klar – ich bin safe, sie hat nichts gemerkt. Dann legen wir auf, nur damit sie sofort wieder anruft, um zu fragen: Alles klar! Und was hast Du jetzt wirklich 🙂
      Ich denke ich kann stolz auf sie und auf unser Verhältnis sein! Ich bin es zumindestens.

      • Ja – sie hat sehr sehr feine Antennen. Die fehlen mir hier und da. Dafür habe ich teilweise auch so ein dünnes Fell. Niemals werde ich behaupten unkompliziert zu sein. Wire habe ich es gestern auf Twitter formuliert? Wenn es einfach wäre, dann wäre es nicht ich 🙂

  2. Respekt, Manieren und Wertschätzung, das den Kindern auf ihrem Lebensweg mitzugeben,
    dafür sind einzig und allein die Eltern verantwortlich.
    Mich hat bei meiner Mutter manches genervt, ich habe meine Tochter sicher öfter genervt, aber wir haben ein sehr inniges Verhältnis.
    LG Sadie

    • Schön, dass Du das auch kennst. Leider ist das heute nicht mehr so selbstverständlich. Ich bin teilweise echt erschrocken, wie Kinder mit ihren Eltern reden, und andersrum ebenso! Auch wenn ich mich jetzt noch älter anhöre: Früher war wirklich nicht alles schlechter!
      LG Peppa

  3. Mutter war auch immer sehr streng, Papa erlaubte da schon mehr und machte gerne auch mal „dummes Zeug“ mit mir. Ich finde es gut das ihr später zusammengefunden habt. Bei uns wird das leider nie der Fall werden.
    LG
    Wibi

  4. Weißt du was mir Angst macht: Was ist wenn Kevin und Chantal heiraten und Kinder bekommen :-O
    Generell hat sich glaube in den letzten 10 Jahren da leider sehr viel zum negativen getan, ich habe in meiner Kindheit die selben Dinge mit auf den Weg gegeben bekommen wie du, aber ich glaube die Eltern heute haben doch gar keine Lust mehr ihre Kinder zu erziehen, wenn ich da manchmal so 6 Jährige sehe wie frech die sind *kopfschüttel*

    • Das kommt leider auch vor. Und die Kinder heissen dann Jaicy-Lane & Dakotah-Sky. Ich brüll mich immer weg, wenn ich solche Aufkleber an Autos sehe!
      Zum Glück sind wir nicht so, und werden auch nicht mehr so. Wenn uns irgendwann die Aliens finden, dann werden die bestimmt sofort mitgenommen. Dann haben wir die Welt wieder für uns 🙂

      • Ihr seit sooo erbärmlich…..was glaubt ihr wer ihr seit???? Heißen eure Kinder Marie und Torsten?? Was sind schöne Kindernamen??? Jeder Mama und jeder Papa machen sich doch GEdanken über den Namen des Kindes….Jaicy Lane übrigens- ist ein anglo amerikanischer Name und bedeutet Mondweg….was ist daran falsch?? Ein Kind was tot zur Welt kam- wieder belebt wurde- gekämpft hat und letztlich geschafft hat- Mondweg zu nennen???? Ihr seit sooo dumm!!!!

      • Achtung! Mein Blog! Wenn Dir etwas nicht passt, dann zwingt Dich hier keiner zu lesen. Es gibt sogar einen Titel der Bloodhound Gang, in dem dieser Name besungen wird, aber ich begebe mich lieber nicht auf Dein Niveau. Fremde Leute völlig aus dem Zusammenhang, als dumm zu bezeichnen, lässt allerdings darauf schließen, dass bei Dir eine Portion Niveau auf der Strecke geblieben ist. Du kannst vielleicht eine Runde den Chantalismus googlen (dann bist Du zumindestens in der Nähe von dem Thema, über das wir geredet haben), und aufhören mich und meine Leser zu beleidigen.
        So long!
        Peppa

      • @wolkensammlerinarmen Ihr seid kommt von sind (ich BIN, du BIST, er, sie, es IST, wir SIND, ihr SEID) und daher wird „ihr seid sooo dumm“ mit D geschrieben. Ich könnte damit mit der Antwort auf deinen Kommentar aufhören, erklärt schon einiges, oder? 😉

        Warum fühlst du dich denn so angegriffen? Dann muss dieses Beispiel ja auf dich bzw. dein Kind zutreffen. Ich renne nicht bei jedem Blondinenwitz heulend vor die Tür..
        Auch wenn dieser Name Jaicy Lane für dich eine Bedeutung hat, wird Jaicy Lane damit glücklich sein? Ich befürchte nicht. Es wird für alle ein Ossi-Kind sein. Das soll nicht diskriminiert sein, aber kommst du aus den neuen Bundesländern? Ich kenne nämlich niemanden aus den alten Bundesländern, die ihr Kind so nennen würde, hier heißen die Kinder nämlich wirklich Marie und Torsten.

  5. Pingback: Peppa = COCK-A-HOOP | Peppa loves 2 cook

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