A droll story oder warum ich Karneval scheisse finde

Ich gebe meiner Mutter die Schuld daran, dass ich mit Karneval nichts anfangen kann. Einfach, weil es so schön einfach ist, anderen die Schuld für seine eigene Blödheit zuzuschreiben 😉 Aber im ernst: Es war in der Grundschule, und LEIDER weiß ich es noch so genau, als wenn es gestern passiert wäre!

Wir wollten Karneval feiern und alle sollten sich verkleiden – klingt logisch? Ist es auch. Der Haken an der Sache: Ich hatte mich im Tag geirrt! Ja – ha. Wennich mich blamiere, dann aber bitte auch richtig. So war ich dann für den gesamten Schultag ein Riesenbaby mit Umhängeschnuller (in rosa- das brauch ich euch nicht mehr dazu schreiben, oder?) und zwar gaaaaanz alleine! Wieso? Weil ich mich für den falschen Tag verkleidet hatte. So viel dazu.

Ihr seht – der Hass auf diesen Zirkus wurde bereits in meiner frühen Kindheit entwickelt und auch weiter gepflegt, was ich anhand vom zweiten Beispiel sehr deutlich veranschaulichen kann:

Es war vor 8 Jahren – Rosenmontag. In meiner Gegend heerscht eigentlich noch recht viel Betrieb, was den Umfang an Karnevalsverrückten angeht, obwohl ich nicht in der Nähe einer typischen Karnevalshochburg lebe. Wie dem auch sei: Ich wurde von ein paar Kollegen dazu überredet, mich ihnen anzuschließen, früh Feierabend zu machen und mich mit denen in das Getümmel unserer Innenstadt zu stürzen. Alles klar, Männer! Ich komme mit. Verkleiden gibt’s nicht. Ich geh als ich, und wer mir so ein scheiss Herz auf die Wange malen will, hat sofort eine sitzen! Da kann ich nämlich wirklich nicht drauf. Ok –Kneipentour steht auf dem Programm, den Umzug hatten wir nämlcih „leider“ verpasst. Überall ist es hoffnungslos überfüllt und ich frage mich beim Beobachten einiger Feierwütiger wirklich, ob es nicht besser wäre, die Spritze aus dem Arm zu nehmen und mal einen Gang zurückzuschalten.

Ich trinke weiter tapfer jedes Bier, das mit entgegengestreckt wird und benehme mich anständig , bis sich der erste Dracula zwischen mich und meine Kollegen drängelt. Hackevoll der „Gute“, schlägt er seinen Umhang über mich und lallt mir ins Ohr:

 Du – isch beopachtä  Disch schon jen ne Weihlä. Willscht Du mit mir fikkaähn?

Kommst Du wohl noch klar? Seh zu, dass Du Land gewinnst. Hier lauft reichlich williges „Material“ durch die Gegend,.. Mich gibt’s nicht für to go.

In der nächste Kneipe,kam so ein Typ mit einem überdimensional großem Hut auf mich zu getrokelt.

Er: Hallo!

Ich: Hallo!

PAUSE – er grinst nur dämlich…

Ich: Kann ich Dir helfen?

Er: Guckt und grinst weiter dämlich. Ausserdem ist er mir viel zu nah in meinen persönlichen Tanzbereich eingedrungen.

Ich: [Gucke nur noch genervt. Will auch nichts mehr sagen.]

Er: Du hast so schöne Augen. Die sind so blllllllauuuu.

Ich: Ja – genau wie Du.

Der Typ wurde dann von meinen Kollegen davon geschoben, da sie meinen Emily Rose Blick bereits bemerkt hatten, und ihm damit sein Leben retten wollten.

Die Typen, die gar nichts gesagt haben, sondern einfach sofort zugepackt haben, lasse ich mal aussen vor. Kommen wir zu meinem persönlichen Karnevals-Hass-Highlight:

Wir waren gerade auf dem Weg zur nächsten Kneipe, da sagten meine Kollegen. Guck doch mal der, der ist nicht verkleidet, hat keinen Ehering am Finger und torkelt nicht. Der sieht doch nett aus, den sprechen wir jetzt mal an, vielleicht kommt der mit uns noch ein Bier trinken, und Du wirst davon überzeugt, dass Karneval doch nicht nur etwas für Idioten ist.

Soll ich Euch was sagen? Von diesem „netten“ Typen wurde ich vor knapp 2 Jahren zum GLÜCK geschieden!

Und die Moral von der Geschichte: Was ihr auf der Strasse findet, solltet ihr lieber auf der Strasse lassen.

Schönen Start in eure Woche!!!

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17 Gedanken zu “A droll story oder warum ich Karneval scheisse finde

  1. Meine Mutter (In der Diaspora lebende Rheinländerin) erzählt mir immer wieder, dass bei mir als Kind durchaus brauchbare Ansätze vorhanden waren, aber dann ist leider doch kein Karnevalist aus mir geworden. Habe dieses Jahr mal wieder eine Ausnahme gemacht und mich auf einen Ball begeben. Ich hatte eine Menge Spaß die Menschen zu beobachten (manche Menschen scheinen wirklich kein Zuhause zu haben). Mein persönlicher Höhepunkt war allerdings als mir eine, durchaus angetrunkene, Frau, die bei der zugeben hohen Lautstärke, nicht den Unterschied von an diesem Abend ohne Frau zu grundsätzlich ohne Frau verstanden hatte. Sie, angeblich fest liiert, textete mich dann zu, wie grausam das Singleleben doch wäre und das doch nichts für mich wäre. Sie wollte dann wissen woran das Problem liegen würde, ob ich zu anspruchsvoll wäre, wie denn mein Beuteschema aussehen würde, etc. Mittlerweile hatte ich meinen Spaß an der Sache und meinte, dass ich eine Frau suche, die es mit mir aushält und das die wahre Schönheit nur aus einem selbstbewussten Inneren kommen könne. Das fand sie gut und meinte, dass sie jeden Mann haben könnte, wenn sie nur wollte und ob wir nicht zusammen trinken wollten. Habe ihr zu ihrem gesunden Selbstvertrauen gratuliert und schnell das Weite gesucht.

    • 😀 Ich schmeiss mich weg! Aber so kann es gehen, wenn man zu forsch an die Dinge rangeht. Obwohl – wer weiß. Ich habe auch immer so eine große Klappe, vielleicht hätte ich Dich auch angebaggert! ACHTUNG HUMOR! Aber solche Frauen gibt es sehr viele…Männer auch. Aber was an Karneval vor sich geht, habe ich so im normalen Alltag noch nicht erlebt! Finde ich total extrem! Besonders in Köln, wo sich dann mit der halben Welt jebützt wird. Echt – das finde ich so ekelig, da bekomme ich beim bloßen Gedanken schon Herpesbläschen auf die Lippen gezaubert!
      Frauen die denken, dass Sie jeden Mann haben können, sind bisher immer nur an die falschen geraten, ansonsten wären sie ja wohl schon längst bei ihrem Traummann angekommen. Mein Meinung – aber Du hast Dich ja noch schnell in Sicherheit bringen können!

      • Anbaggern oder Anbraten wie man im Wiener Tatort sagt. Wäre im Deinem Falle bzw. dem Deines Blogs auch angebracht.
        Ja, die Frau war schon gut. Wie sie den Satz da so raus gehauen hat, das hatte etwas. Das muss man erst einmal können. Würde mich interessieren, ob sie den ohne Alkohol und Verkleidung auch sagen würde. Und noch besser, ob sie ihn auch in Beisein des Partners sagt. Nun ja.
        Bei den Bützje darf man wahrlich nicht an Herpes denken.

      • Hö? Wie meinst Du das? Wieso wäre anbaggern in meinem Fall angebracht? Habe ich etwas verpasst? 😀 Was sollen die Leute hier denn denken?
        Der tatort war gestern im Übrigen hervorragend. Ich habe sehr viel gelacht, obwohl das Thema natürlich ganz und gar nicht komisch war.
        Es gibt aber auch Männer, die stehen auf solche Frauen…halt nur nicht für etwas „Festes“ Wie hat letztens ein Bekannter zu mir gesagt: Peppa, manchmal bist Du einfach zu forsch. Männer agieren lieber, anstatt zu reagieren. 🙂
        Und ich denke nicht, dass die Dame das im Beisein ihres Partners gesagt hätte. Aber was weiß ich schon – ich kenne sie ja nicht 😉

      • Du hattest doch in Deinem Kommentar gesagt, dass Du mich auch hättest anbaggern können. Da ich in Deinem Twitter Kommentar die Referenz zum Tatort Wien gesehen hatte, hatte ich mich an die Diskussion zwischen Bibi und Julia erinnert, wo von „anbraten“ statt „anbaggern“ gesprochen wurde. In Anbetracht Deines Blognamens „Peppa loves to cook“ erschien mir anbraten passender.
        Wien ist immer gut. Die Bibi ist einfach klasse. Es stört mich zwar, dass die Tochter von Moritz immer die Knochen hinhalten muss, aber die Bibi und der Ernstl entschädigen für alles
        Das Entscheidende ist wie sich Menschen im Alltag verhalten und wie sie zueinander passen. Für den einen ist sie ein verrücktes Huhn und für den anderen angenehm lebendig. Für die eine ist er ein Langweiler und für die andere angenehm ruhig. Karneval ist bald vorbei aber das Oktoberfest ist in etwas mehr als 6 Monaten und da gibt es auch immer wieder bemerkenswerte Erlebnisse. 🙂

      • Na wir 2 haben heute aber einen Narren aneinander gefressen 🙂 Stalkst Du mich etwa auf Twitter? Ich fühle mich geehrt. So Schluss mit den Doppeldeutigkeiten 😉 Der Tatort war wirklich herrlich. Ich mag ihre trockene Art und Weise. Besonders das Gespäch, als die 2 ihre Rindersuppe gegessen haben. Herrlich!
        Oktoberfest… herrje. Das dauert ja noch ewig. Und dann ist auch schon fast wieder Weihnachten. Den Brückenschlag mit dem anbraten habe ich jetzt auch verstanden. Habe ein wenig Rücksicht mit mir. Wir haben immerhin Montag! 😉

      • Nun hör auf 🙂 Dann müsstest Du Dir aber einen Account zulegen, und mir ganz offiziell folgen. Twitterer nenen das liebevoll auch verfolgen. Da könnten wir uns dann auch austauschen 😀 Liegt bei Dir.

  2. Also ich kann auch jeden Mann haben: für Sex. Aber aus dem Alter bin ich raus 😉 Frauen verwechseln da wohl was.

    Ich komme aus einer dieser Karnevalshochburgen. Ich sperre mich heute in meine Wohnung ein, rausgehen würde nur nach ca. 2 Flaschen Sekt (alleine getrunken) Sinn machen.

    • 😀 Ann. Mit Dir würde ich das sogar wagen!!! Aber bleib zu Deiner eigenen Sicherheit doch lieber in der Wohnung. Das stimmt… Sex zu bekommen ist als Frau sehr einfach. Vor allem mit Männern, die eigentlich gaaaanz treu in einer Beziehung stecken. Aber ich kann da nicht mehr mitreden. ich bin so brav geworden 😉 Hab einen schönen Tag!

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