The dark Stranger oder Begegnungen der 3. Art

Jeder Mensch hat im Leben Begegnungen , die sich für immer in das Gehirn einbrennen, obwohl sie nur einen kurzen Moment dauern.

Ich muss so ca. 17 Jahre gewesen sein. Meine Eltern hatten sich vor 2 Jahren getrennt und ich war gerade zu Besuch bei meinem Vater. Fürsorglich wie der werte Herr ist, hatte er mich zum Zigaretten holen, zum Kiosk geschickt. Als ich auf dem Rückweg war, fuhr ein Auto an mir vorbei und in dem Moment trafen sich der Blicke des Fahrers mit meinem, auf ganz seltsame Art und Weise. Versteht mich nicht falsch – man kann das ganz schlecht beschreiben. Das war in etwa so, als wenn alles auf einen Schlag in Zeitlupe ablaufen würde.

Ich bin dann weitergelaufen (was auch sonst) und als ich schon in die Einfahrt von meinem Vater erreicht hatte, hielt hinter mir ein Auto. Ich drehe mich um und vor mir steht dieser Typ, der Minuten vorher an mir vorbeigefahren war. Schockstarre!!  An seine Worte erinnere ich mich noch, als wenn es gestern passiert wäre:

Ich musste einfach umdrehen, sonst hätte ich es wohlmöglich bereut.

Es folgte ein kurzes Gespräch, dann bat er mich schließlich um meine Nummer.

Und jetzt kommt es, wie es kommen musste: Ich habe ihm die falsche Nummer gegeben. Nicht mit Absicht! Nein – ich hatte kurz vorher meinen eigenen Telefonanschluss im Haus meiner Mutter bekommen, und ich hatte die Nummer einfach noch nicht im Kopf. Wisst ihr wielange ich deswegen sauer auf mich war? Völlig bescheuert und heutzutage muss ich darüber lachen :-), aber damals fand ich es schlichtweg schrecklich. Was, wenn das der Mann meines Lebens gewesen ist, und ich blödes Huhn habe es verbockt, weil ich zu dämlich bin, mir meine Nummer zu merken. Tja, ich werde es wohl nie erfahren, und ich kann nichtmal sagen, dass ich aus diesem Fehler gelernt habe, denn mir ist das kurze Zeit darauf gleich noch mal passiert…. Einmal Peppa – immer Peppa 😉

Allerdings konnte ich den 2. Fehler wieder ausmerzen. Das hat mich nur die Überwindung gekostet, den ersten Schritt zu machen, der sich aber gelohnt hat. Da stellte sich dann sehr schnell raus, dass er sehr wohl versucht hatte, mich zu erreichen, allerdings ohne Erfolg, da ich wieder den bereits bekannten Zahlendreher in der Nummer hatte. Um Euch vor weiteren Facepalms zu bewahren: Nein – danach ist mir das nicht noch mal passiert. Man soll es kaum glauben, aber auch ich besitze eine Lernkurve! 49242 – ich weiß die Nummer heute noch immer….

Nur ein anderes Erlebnis war noch intensiver, als die Geschichte mit dem Autofahrer, obwohl eigentlich gar nichts passiert ist. Ich war auf einer Party. So ein Schicki Micki Ding. Ich fands echt mäßig und wollte am liebsten nur noch weg da. Ich habe völlig lustlos an meinem Drink genippt und meinen Blick schweifen lassen, und da bemerkte ich in einer Ecke einen Mann, der direkt zu mir herüber sah. Fast etwas erschrocken über den unerwarteten, intensiven Blickkontakt – habe ich erstmal wieder weggesehen.  Seit wann guckt der denn schon so? Wieso guckt der überhaupt SO? Aber Frau ist ja nicht Frau, wenn sie nicht nochmal hinsehen würde. Siehe da: Er guckt wieder. Der Blick lässt sich ganz schlecht beschreiben. Es war kein Starren, sondern eher in mich reinsehen. Lacht nicht! Besser kann ich es nicht beschreiben. Leicht irritiert hat mich das schon, zumal der Mann wirklich gar nicht meinem Typ Mann entsprach. Ich würde fast sagen, er hatte etwas Bedrohliches an sich. Wieso bedrohlich? Na ja, im Schubladendenken ausgedrückt, hätte er ohne weiteres in der nächsten Folge von Akte XY auftauchen können. Der verführerischste Serienmöder der Geschichte 😉 Ich konnte mich echt kaum dagegen wehren, aber ich MUSSTE immer wieder hinsehen, fast so, als wenn eine leise Stimme immer und immer wieder sagen würde.

Los, sieh ihn noch einmal an. Nochmal…. Du kannst ihn nochmal ansehen, nun mach doch einfach…

Ich weiß, für euch muss das total unspektakulär klingen, aber mich hat dieser Mann komplett aus der Fassung gebracht. Ganz ehrlich? Ihr kennt mich. Ich muss es nicht schreiben, aber ich hätte es glatt gemacht. Damals bin ich aber gegeangen. Ja – da staunt ihr 😉 Peppa kann auch ganz vernüftig sein!

Ich glaube nicht, dass sich mein Leben grundlegend geändert hätte, wenn ich dem einen Mann meine richtige Nummer gegeben hätte, und mit dem anderen Mann eine Nummer geschoben hätte, aber sicher kann ich mir da auch nicht sein. Das Schönste an Begegnungen der 3. Art ist:

You´ll never know! 

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17 Gedanken zu “The dark Stranger oder Begegnungen der 3. Art

      • Zum Thema hab ich natürlich auch was zu sagen: Manchmal im Leben gibt es sie einfach, diese unheimlichen Begegnungen, diese Blickkontakte, die einen bis aufs Mark erschaudern lassen. Menschen, mit denen man nie ein Wort gesprochen hat, aber die einem immer in Erinnerung bleiben. Man fragt sich länge, hätte ich, was wäre, wenn…aber im Grunde bin ich der Meinung: Alles im Leben hat seinen Sinn, alles kommt, wie es kommen muss und deshalb gibt es auch Gründe, warum diese Begegnungen nicht mehr sind als Blickkontakt.

      • Da gebe ich Dir völlig Recht. Man weiß im Leben nie, wozu etwas Gut ist – diesen Tenor, habe ich immer im Hinterkopf. Obwohl ich gut auf meinen Ex hätte verzichten können, kann ich nicht sagen, ob ich dann heute so wäre, wie ich bin. Und dann nehme ich auch eine gescheiterte Ehe in Kauf!
        Wie Du schon schreibst. Ein heißer Blickkontakt kann schöner sein, als ein enttäuschender Kuss, Oder alles andere was daraus eventuell resultieren sollte 😉

  1. Jetzt bin ich schon so alt geworden, aber so etwas wie es Du oder Ella es beschrieben haben, ist mir leider in der Intensität noch nie passiert! Deshalb ergötze ich mich jetzt einfach an Euren Erlebnissen! Dafür könnt Ihr dann mit mir gemeinsam über den Saunamann lachen! 😉

    • Das ist ein guter Plan, Picco 😉 Wer weiß, vielleicht kommt so ein Augenblick ja noch. Sag niemals nie! Glücklich vergeben bist Du ja ausserdem trotzdem, dann kann man auf manche Dinge im Leben auch getrost verzichten. Der Saunamann 🙂 Lach. Welch schöner Insider! LG Peppa

  2. Nachdem ich eine Weile bei FS mit Spatz gemailt hatte fragte er mich nach meiner Nummer für Whatsapp.. Und ich vergaß die letzte Ziffer. Zum Glück war aber mit FS ein Backup sodass ich seine Nummer bekam und die Sache war eingetütet….

    Vor einigen Jahren als ich Ex kennenlernte war mein Akku leer, ich gerade ein paar Tage neue Handynummer gehabt. Wusste die also nicht auswendig und gab ihm warum auch immer meine alte Nummer. Irgendwann fanden wir uns auf Facebook oder so… Zu dumm! Hätte es dieses blöde Netzwerk nie gegeben hätte ich mich nie so ins Chaos stürzen können.

    So eine falsche Handynummer kann also durchaus Positiv als auch Negativ sein!

    • 😀 Ha ha Sunny! Das stimmt, man weiß nie, was das Schicksal so für uns bereit hält. In diesem Fall wollte es Dich wohl schützen und irgendwelche teuflischen Mächte, die in FB wohnen, haben diesen guten Plan zu nichte gemacht 😀 Aber: Kapitel bereits geschlossen! Zum Glück. Und auch hier wieder: Wer weiß wozu es gut war! LG Peppa

  3. Und wie immer sind wir bei der grundlegenden Frage seit Menschengedenken ist alles im Leben Zufall oder Bestimmung?
    Eine komische Sache, man begegnet Menschen und wäre man nur Sekunden später oder früher dort gewesen hätte man diese Person villeicht nie getroffen?

    Ps. Bestimmung ist auf alle Fälle das ich jetzt ins Bett muß um 5 Uhr ist die Nacht rum *gg*

    • Schönen guten Morgen, von einem early Bird zum anderen 🙂

      Das stimmt. Vor allem aber auch die Tatsache, dass Menschen, die uns mal sehr wichtig waren, irgendwann nur noch eine blasse Erinnerung sein können…

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