Inspiriert duch einen Nordseeurlaub

Peppa ist heute mal etwas rührseelig. Eine Emo-Peppa also. Falls ihr gute Laune habt, (die habe ich eigentlich auch – aber ich bin gefühls-multitasking-fähig) dann lest hier einfach nicht weiter …

Früher habe ich jedes Jahr mindestens eine Woche im Jahr auf Juist verbracht. Meistens kurz vor den Osterfeiertagen. Ich liebe diese Insel aus vielen Gründen einfach abgöttisch. Die Einwohner sind einfach unbeschreiblich nett und aufgeschlossen, so wie sich das für Ostfriesen eben auch gehört. Ich habe dort den besten Ziegenkäse meines Lebens gegessen und es gibt dort keine Autos, dafür aber Hunde die „Bootsmann“ heißen. Diese Insel ist für mich der Inbegriff von Ruhe und Kraft.

Wir sind entweder den ganzen Tag in den Dünen rumgelaufen und haben bei jeder Bank eine Zigarettenpause gemacht und  dabei einfach vor uns hin und her geschaut, um die Natur zu genießen. Nachmittags haben wir Waffeln mit heissen Kirschen gegessen und abends saßen wir vor dem Fernseher in dieser riesigen Ferienwohnung und haben schlechte Filme gesehen und dabei Vodka- O getrunken.

Ich vermisse diese Zeit. Ich war nach diesen Tagen am Meer immer wie neugeboren. Ich kann stundenlang am Meer sitzen, und auf das Wasser schauen. Es ist dieses einmalige Gefühl, dass ich nur dort bekomme…auf meiner Insel. Das schafft weder das Mittelmeer, noch das Rote Meer (trotz meiner Delfine). Das war die Zeit, die wir ganz für uns hatten, obwohl ich schon lange von zu Hause ausgezogen war, habe ich mit meiner Ma dort auf Juist die schönsten Gespräche geführt. Rückblickend betrachtet kann ich gar nicht sagen, ob ich ohne diese Gespräche jemals so viel über sie erfahren hätte.

In einem Jahr, als wir zusammen auf der Insel waren,  war ich total unglücklich verliebt- er war verheiratet. (Verschont mich jetzt bitte mit einer Moralpredigt – die Geschichte ist jetzt 13 Jahre her, da werde ich mich nicht mehr für entschuldigen, und nein – danach hatte ich nie wieder etwas mit einem verheirateten Mann – ähm.. doch nicht. Das führt zu weit. Vielleicht mal ein seperater Eintrag zu diesem Thema) Der Mann tat mir ganz und gar nicht gut, und ich weiß gar nicht wieviele Stunden meine Ma mit Engelszungen auf mich eingeredet hat, dass ich sowas nicht nötig hätte. Ich kann mich daran erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre. Geholfen hat es natürlich nichts, denn den Sturkopf habe ich von meinem Erzeuger geerbt…

Aber dafür habe ich all diese schönen Erinnerungen an diese Zeit, an die vielen Frühstücke in der Strandhalle, von der man direkt aufs Meer sehen konnte, an die Pharisäer, die wir in dem kleinen Café am Markt getrunken haben, und ich meiner Mutter erklären musste, warum der Kellner, der uns bediente schwul war, weil er sämtlich Aussagen eben mit ooooooooooooooch das ist ja gewaaaaaaaaltig kommentierte und eine entsprechnede Handbewegung dazu machte. Oder im Baumann´s, wo wir oft zu Mittag aßen und wo die Tische so eng zusammenstanden, dass der durchgeknallte Hund meiner Mutter spielend-leicht an einem Bein von einem anderen Besucher am neben Tisch rammeln konnte, was meine Mutter trocken mit: „ich kann nichts dafür, der ist so“ kommentierte. Irgendwo her muss ich das wohl haben – und nein ich meine nicht das Rammeln! 😉

Und natürlich an die Abschiede, als der Mann meiner Mutter bereits nachgekommen war und die beiden mich zur Fähre brachten. Auf dem Weg zurück zum Festland wurde immer „Time to say goodbye“ gespielt und ich habe jedes Mal eine Träne verdrückt – das hat hoffentlich nie jemand mitgekommen. Schöne Zeit – schöne Erinnerungen.

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12 Gedanken zu “Inspiriert duch einen Nordseeurlaub

  1. Eine wirklich schöne Erinnerung! Da kommt man selbst ins Schwärmen! Schönen Tag Dir und träum ruhig weiter vom Traumurlaub ;-). LG – Picco

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