You can´t be my first – but you can be my next

 

… oder warum es immer mehr Mingles gibt. Kennt ihr den Begriff? Ich gebs zu – ich habe ihn gestern zum ersten Mal gehört. Und ohne vorher gewusst zu haben, was er für eine Bedeutung hat, fällt mir diese Art von Schnelllebigkeit und das sich nicht festlegen wollen auch in meinem Umfeld auf. Für alle die jetzt noch immer nicht wissen worum es sich handelt, und genau so tief im Tal der Ahnungslosigkeit stehen, wie ich gestern, ist hier die Auflösung: Mi = Mixed ingle = Single. Es ist also eine Kombination dieser beiden Wörter und beschreibt den „Zustand“ einer halben Beziehung.

Was es nicht alles gibt 🙂 Verwechselt den Mingle nicht mit den Fuckbuddies oder den sogenannten Friends with Benefits, denn da weiß man zumindestens woran man ist! Nein – ein Mingle spiegelt wirklich den jetzigen Zeitgeist wieder. Nur nicht festlegen. Antesten ist ok – aber möglichst nicht zu verbindlich werden, denn ansonsten entstehen Verpflichtungen, und die sind bekannterweise ja meistens nur lästig.

Auch auf den Verdacht, dass ich mich anhöre wie meine Mutter: Früher hat es das nicht gegeben! Da hat man jemanden kennengelernt, hat sich verabredet und wenn man ein paar Mal miteinander aus war, ist man miteinander im Bett gelandet und war dann zusammen. Automatisch! Wie einfach das war. Nehmen wir ein Beispiel aus meiner relativ nahen Vergangenheit – geht doch nicht. Das wäre dann ja mein Ex… also machen wir es doch fiktiv: Stell Dir vor, Du bist in meinem Alter und datest einen Mann/Frau. Ihr geht miteinander aus, ihr geht miteinander ins Bett, ihr verbringt die Wochenenden miteinander und auf einmal beschließt er /sie eine andere Person zu daten, weil man ja nicht wirklich zusammen ist. Hey Baby – wir haben doch nie gesagt, dass wir eine Beziehung führen, also ganz ruhig. Wahrscheinlich kommt dann auch noch dieses Wort, bei dem ich an die Decke gehen könnte: Yolo. Fick Dich Yolo!

Mit so einem Mann könnte ich nichts anfangen, aber wie will man das jetzt so schnell erkennen, ob man ein Mingle ist, oder in den Anfängen einer Beziehungen steckt. Traurig bleibt die Tatsache, dass es immer mehr Mingle-Exemplare gibt. Das Angebot in Single Börsen ist gigantisch, man könnte es als größten Mingle-Pool der Welt bezeichenen, denn irgendwo muss der Rohstoff ja herkommen 🙂 und sogar diesen Single Börsen fällt dieses Phänomen auf. Wiebke Neberich Diplom-Psychologin & wissenschaftliche Beraterin  bei e-Darling sagte neulich in einem Interview:

„Ich beobachte das tatsächlich als Phänomen: Viele Leute wissen nicht mehr, ob sie nun in einer Beziehung sind oder nicht“

„Ich habe dann mit den Leuten gesprochen, die mir erzählten, sie würden sich zwar mit jemandem treffen, aber was genau das sei, das könnten sie nicht sagen.“

Oder ist der Gedanke des Mingles doch schon so alt wie der Spruch: Drum prüfet wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet? Ich finde nicht. Alles um uns herum wird immer relativer. Nichts ist mehr gut genug, es muss immer eine Steigerung geben!

Und was ist das schizophrene an dem Phänomen Mingle? Es sind Leute, die in meinem Alter sind und nicht etwa die Teens & Twens, die sich ausprobieren wollen, und wo es für mich noch verständlich wäre. Daher würde ich es ansprechen, und wenn es sich herausstellt, dass man wirklich „nur“ ein Mingle ist, dann kann man wenigstens entscheiden, ob man das will oder doch nach jemanden sucht, dem eine feste Beziehung auch lieber ist. Also willst Du mit mir gehen? Kreuze an: Ja – Nein-Mingle!

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15 Gedanken zu “You can´t be my first – but you can be my next

  1. Liebe Peppa, dieses Phänomen (und natürlich gibt es heute gleich schon wieder ein schönes „Denglisches“ Wort für diesen Zustand) gab es schon immer, nur wurde noch nie so offen darüber gesprochen und es ausgelebt wie jetzt. Der einzige Unterschied zu meinen Erfahrungen in meiner Jugend ist, dass diese Unverbindlichkeit und mangelnde Entscheidungsfreudigkeit sich heutzutage unter den jungen Leuten auch auf andere Lebensbereiche ausdehnt. Selten gab es so viele Ausbildungs- und Studienabbrecher wie heute. Und: Hast du kürzlich schon mal beobachtet, wie schwierig es für junge Leute es anscheinend heutzutage ist, sich einfach nur für den Abend zu verabreden? Da braucht es mindestens drei Gesichtsbuch-Einträge, fünfzehn Wattsss-Apps und dann geht immer noch nichts zusammen! So isses! Schönen Arbeitstag auch Dir, trotz 3-D-Büro-Trottel! LG Picco

    • Wahrscheinlich ist es so – es gab vielleicht noch nicht immer so tolle Begrifflichkeiten für Menschen, Tiere und Prozesse wie heutzutage, aber ich finde das schon extrem. Gearde über Soziale Netzwerke, Single Börsen etc. Die Auswahl ist einfach viel höher als früher. Man hat Möglichkeiten, die man in diesem Umfang einfach nie hätte bekommen können – das steigt einigen anscheinend zu Kopf, und andere schüchtert das wahnsinnig ein. Die bleiben lieber Mingle, als ganz alleine da zu stehen….. Lass Du Deinen 3-D-Trottel am Leben 🙂 LG Peppa

  2. Auch ich finde die klassische Variante mit den Kreuzerln: Willst du mit mir gehen JA NEIN
    am besten.Denn geh ich jetzt mit ihm, wenn ich nicht mit ihm alleine gehe? und vielleicht nur für einen Abend, schlaf ich dann bei ihm, oder eventuell doch nicht, eine längere Phase wäre schon nett – unglaublich aber wahr und Sturmtänzerin hat Recht: Die jungen Leute sind heute nicht mehr in der Lage einfach ein Treffen auszumachen, was hätten wir da zu Zeiten ohne Telefon, Facebook, Apps & Co gemacht? – EBEN DIE KREUZERLMETHODE. 😉 und es war super. Mingle hin oder her 😉
    LG

    • Die wahrscheinlichkeit ist groß, dass es ein Debakel geben würde, wenn allen Menschen auf diesem Planeten What´s App, Facebook und Twitter genommen würde – man kann sich das gar nicht vorstellen, dann müssten die wieder normal telefonieren, oder Briefe schreiben. Auf ECHTEM Papier 😉 Versuche Dich alleine mal mit einer Personen 30 Minuten zu unterhalten, die dabei NICHT auf ihr Smartphone guckt. Es ist nahezu unmöglich! LG Peppa

  3. Ein paar Tage war ich ja auch ein Mingle… Jemand der nicht wusste was es ist. Aber wie stellt man denn heute fest das man ein paar ist? Das „Willst du mit mir gehen“ ist ja ein bisschen kindisch 😉
    Bei uns hat zum Glück die Oma ja die Frage gestellt ob wir zusammen sind. Danach war das ja dann klar…

    • Och – ich würde das ganz platt fragen, wenn ich mir nicht sicher wäre. Aber der Typ hat sich ja auch nicht so verhalten, als wenn er scharf auf eine Beziehung gewesen wäre, oder? Sei froh, dass Du ihn los bist 🙂

  4. Man muss echt für jeden Mist ein unnötiges Wort finden heutzutage 🙂 Die Möglichkeiten sind vielfältiger, die Ansprüche und Auswahlkriterien werden größer. Muss ja jeder selber wissen. Die Faktoren sind ebenso vielfältig, wie die Möglichkeiten…Schnelllebigkeit, berufliche Flexibilität/Mobilität…
    Aus unserer Reise wurde nichts…dazu später mehr.

  5. Also, ich kenne das eigentlich auch nur so, wie Du es beschreibts: Treffen, nochmal Treffen, Zeit verbringen, Betthüpfer… mehrmals Betthüpfer = automatisch zusammen!
    Mit einem „Mingle“ könnte ich nix anfangen. Ich würde das auch selbst nie tun. Wenn ich mich nach geraumer Zeit nicht wirklich mich in einer Beziehung fühlen würde, dann würde ich auf meinen persönlichen Spaß verzichten und mit der Person Schluß machen, bevor ich dieser weh tu.
    Kommt es so weit, dass ich mit einem Mann öfters Betthüpferl spiele, ohne dass es klar ist, dass wir Friends-with-benefits sind, dann würde ich einfach fragen. Ganz klassisch: „Du, was ist denn jetzt? Sind wir eigentlich zusammen?“
    Wenn da keine klare Antwort kommen würde, wäre das Ding für mich gestorben.

    • Right! Ich würde auch fragen. Es wundert mich fast nicht, dass mehr Frauen, als Männer darunter „leiden“ potentieller Mingle zu sein. Männer haben es prima unkompliziert, und die Frau traut sich nicht zu fragen…. ist ja auch eine Sache von Selbstbewusstsein, oder einfach die zu große Angst vor einer Mingle-Abfuhr 🙂

      • Ich würde erneutes Daten auch als Fremdgehen bezeichnen… und da ist dann ganz klar der Schlußstrich!
        Und lieber eine „Mingle“-Abfuhr erhalten, als ständig Angst und Bange in einer weiß-nicht-Beziehung sein.
        Übrigens: dieses Wort ist ech irgendwie… *piep*

  6. Pingback: Future Love | Peppa loves 2 cook

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