Religion & Dinosaurier

Das ich für Religion nicht viel übrig habe, dürfte bereits bekannt sein. Aus keinem anderen Grund werden mehr Menschen ermordet, verfolgt und diskriminiert. Religion ist eher eine Waffe, für die man viel Geld bezahlen muss (zumindestens bei Zugehörigkeit einer katholischen & evangelischen Kirche in Deutschland) Das Christentum, der Islam, der Hinduismus, der Buddhismus und das Judentum. Dazu kommen noch die verschiedensten Untergruppierungen und Sekten.

Meine absolute „Lieblingssekte“ ist Scientology. Ich kann mir ja viel vorstellen, wobei unbefleckte Empfängnis, völlige Hingabe an Gott, das Hineingeboren werden in eine „Kaste“ schon echt bescheuert sind. Dabei ist es bei den Hindus ja auch noch irgendwie „positiv“, dass man zumindestens davon ausgeht – ähm ich meine „glaubt“, dass Leben und Tod ein immer wiederkehrender Kreislauf ist. Eigentlich recht tröstlich zu wissen, dass man niemals so ganz verschwindet. Aber dazu glauben die Hindus auch an die Reinkarnation – da kann man natürlich echt Pech haben. Ich würde es mir jedenfalls ziemlich langweilig vorstellen, als Baum wiedergeboren zu werden. Bäume werden alt, können nicht sprechen und stehen bei Wind und Wetter draussen rum – definitiv nichts für mich. Aussuchen kann man sich aber nicht, als was man wiedergeboren wird, oder? Ich denke nicht – das wird auch wohl der Haken an der Sache sein.

Ich kann wirklich am ehesten etwas mit dem Buddhismus anfangen. Da gibt es zumindestens keine Radikalisierung.  Die buddhistischen Lehre soll eher eine eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundtatsachen allen Lebens vermitteln. Klingt erstmal nicht so abgehoben, allerdings baut der Buddhismus auf die „Vier Edlen Wahrheiten“ auf– daran würde es bei mir schon scheitern, aber dennoch finde ich diese Religion, die sich selbst eher als „Weisheit“ oder „Philosophie“ sieht, als plausibelste. Die buddhistische Lehre kennt weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele. Das, und auch die Nichtbeachtung des Kastensystems, unterscheidet ihn auch von Hinduismus, mit denen er andererseits die Karma-Lehre teilt. Guckst Du!?! Diese Religion kann teilen und hat keinen Diktator Gott – den man sich bedingungslos unterwerfen muss.

Mit dem Christen- und  Judentum kann ich gar nichts anfangen. Wenn jemand wirklich draran glaubt, dass der Gott im orthodoxen Verständnis als „Schöpfer des Universums“ (Größenwahn lässt grüßen) angesehen wird und im christlichen Verständnis, die Welt in 7 Tagen erschaffen hat, frag ich mich unweigerlich: Wie alt ist der Grand Canyon? Mindestens 17 Millionen Jahre – verdammt! Wie alt sind die Dinosaurier?  Die ältesten bekannten Dinosaurier sind über 230 Millionen Jahre alt. Hä? Und nun? Glauben Christen nicht an Dinosaurier? Denn immerhin lässt sich festhalten, dass die Erde bedeutend älter als 6000 Jahre ist. Das Argument wird dann aber durch sinnbildliches Erschaffen in Tagen, Jahren oder Epochen versucht so hinzubiegen, dass es passt.

Um wieder auf Scientology zurückzukommen, war deren „Erfinder“  L. Ron Hubbard doch wesentlich kreativer auch was die Zeit anbelangt, denn er erfand einfach einen glaktischer Herrscher „Xenu“, dessen 75 Millionen Jahre zurückliegende Taten das heutige Leben auf der Erde maßgeblich beeinflussen soll. Es wird aber noch besser: Die Planeten sollen damals überbevölkert gewesen sein, aus diesem Grund hat Xenu einen Teil der Bevölkerung gekidnappt und in Raumschiffe verfrachtet, um sie zur Erde zu bringen. Auf der Erde angekommen, wurden die Menschen um Vulkane plaziert, in denen zuvor Wasserstoffbomben versenkt wurden. Diese Bomben detonierten dann alle gleichzeitig und es sollen nur wenige Menschen überlebt haben. So weit doch völlig logisch und nachvollziehbar, oder?

Die seelenlosen Opfer dieses gemeinen Anschlages nennt Hubbard „Thetane“, und die wurden durch die Wucht der Explosion in die Luft geschleudert und haben sich dann  in Schwärmen von einigen Tausend zu Gruppen zusammengeschlossen , die sich so an die Körper der wenigen Überlebenden geheftet haben. Diese Thetanen sind laut Hubbard der Grund für viele der körperlichen und mentalen Gebrechen der Menschheit! Darauf hätte man auch von alleine kommen können – allerdings lässt ein Scientologe mehrere Millionen Dollar auf dem Weg, bis ihm endlich diese hohe geistige Stufen offenbahrt wird. Was ein Bullshit!

Mir wäre es unvorstellbar peinlich, wenn ich diesen Quatsch in der Öffentlickeit vertreten müsste, sowie es Tom Cruise, John Travolter & Co schon seit Jahren machen. Deswegen sind das für mich auch keine Actionhelden sondern einfach nur bemitleidenswerte Anhänger, die an eine Science Fiction Lehre glauben.

Falls jemand da draussen eine Heisenberg-Lehre erfindet, bin ich sofort dabei. Das „Zeug“ würde ich zwar nie im Leben, in einen meiner Töpfe lassen, allerdings könnte ich daran glauben, mich noch nicht endgültig von Breaking Bad verabschieden zu müssen. Der Rest kann von mir glauben, an was und an wen er will!

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6 Gedanken zu “Religion & Dinosaurier

  1. Ich bin mal als ich Anfang zwanzig war, auf der Straße angesprochen und gefragt worden, ob ich einen kostenlosen Persönlichkeitstest machen wolle. Nachdem ich dahinter eine Studie der Psychologischen Fakutät in der Nähe des Standes vermutete, bin in den Buchladen mitgegangen. Ich kannte damals Scientology noch nicht, habe aber sofort beim Betreten des Buchladens erkannt, dass ich da in die Fänge einer Sekte geraten bin. Ein Blick auf die dort ausgestellten Buchtitel genügte. So schnell wie ich in den Laden hineingegangen bin, war ich auch schon wieder draußen, ganz ohne meine Persönlichkeit testen zu müssen. Ich frage mich nun, warum ich als so junger Mensch diese Sekte durchschaute, sich hingegen erwachsene Menschen des öffentlichen Lebens da hineinziehen lassen und ganz offensichtlich diesen völlig überdrehten Quatsch glauben?

  2. Religion? Ach das ist ja das, wo sich Menschen im Namen eines überallem stehenden Übermächtigen bekriegen, wer den besseren imaginären Freund hat.
    Nee, du…da bleib ich lieber bei den Göttern aus Fleisch und Blut 🙂

  3. Liebe Peppa,
    Zuerst einmal, damit du nicht verwirrt bist – ich bin die von quitthisshit.wordpress.com, hier wirst du aber auf meinen anderen Blog weitergeleitet.
    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun schon mehr oder weniger mit Religion. Angefangen hat das mit meinen politischen Aktivitäten. Ich bin christlich (evangelisch) aufgewachsen und hab angefangen, alles zu hinterfragen, wollte sogar austreten. Meine Eltern ließen mich nicht – sie waren der Meinung, jedeR Mensch sollte an etwas glauben, das braucht man doch. Ich blieb ihretwegen dann doch dabei.
    Und dann hab ich mein Studium begonnen – Orientalistik. Religionen, Sekten etc haben mich immer schon fasziniert, und jetzt hatte ich die Möglichkeit auf der Uni darüber zu lernen. Nebenbei belegte ich eine Vorlesung zu Religiongeschichte. Ich lernte viel über Religionen auf der ganzen Welt, und mir schien es immer und immer unwahrscheinlicher, dass es da nur EINEN Gott gibt.
    Zum anderen schien es mir immer mehr töricht, dass meine Eltern so darauf bestanden, dabei zu bleiben.
    Und dann lernte ich jemanden kennen, der an etwas ganz anderes glaubte. Das ging eher in die buddhistische Richtung. Auch Esoterik genannt. Meine Verwirrung war komplett. Was sollte ich nun glauben? Überall schreit dir jemand zu „glaub das, glaub das NEIN glaub DAS.“
    Die einen sagen, Glauben würde einem das selbstständige Denken abnehmen. Die anderen sagen, es würde Kraft geben. Aber ich sag dir was: ich denke selbstständig UND glaube auf eine eigenartige Weise, dass da etwas ist, dass da mehr ist, als unser Schulwissen und beibringen kann. (Interessant sind hierzu auch die wissenschaftlichen Belege und Forschungen zu Paranormalem)
    Aber Glaube und Religion sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.
    Und Scientology, das ist wieder ein anderes. Das ist.. ein wahr gewordener Science-Fiction Roman. Also ein wahr gewordener Traum für viele Erwachsene. Die Frage ist nur, wie die Promis in dieses Gehirnwäsche Konstrukt hineingeraten konnten. Wer weiß? Vielleicht sind sie ja bloß Repräsentanten, gar nicht „gewaschen“ und bekommen gut bezahlt? Wer weiß das schon..
    Aber Scientology haben was eins betrifft meinen tiefsten Respekt verdient: den Geist so gut erforscht zu haben, um ihn so lukrativ manipulieren zu können – eine spannende Sache, wirklich. Aber mit Vorsicht zu genießen 😉

    • Hi Leonie,
      ich bin bereits dahinter gekommen, woher wir uns kennen. Ich frag Dich nicht, wie es bei dem Thema bei Dir so läuft, und Du fragst mich nicht! Abgemacht 😉 Danke für Deinen Kommentar – ich finde es total interessant, die Meinungen und Erlebnisse von andere Menschen zu lesen. Auch ich war früher in der Kirche – um genau zu sein – sogar in der katholischen Kirche. Der ganze Stolz meines Opa´s war ich dann, als ich Messdiener wurde… tja – aber wie Du schon geschrieben hast, irgendwann fängt man an, die ganze „Geschichte“ mal zu hinterfragen – das gilt aber auch nur für die Menschen unter uns, die eigenständig denken können und auch wollen! Ich finde es schon seltsam, dass Kinder in der heutigen Zeit Religionsunterricht haben, und schon fast zu einer Kommunion gedrängt werden. Wieso wird dann in schulen kein buddhistischer Unterricht angeboten? Wahrscheinlich weil es dafür keine Kirchensteuer gibt…. So kann man sich wenigstens die Zukunft finanzieren…..
      Ich bin aus der Kirche ausgetreten – und stehe auch zu dieser Entscheidung! Was Scientology anbelangt, bin ich mir sicher, dass die hochranigen Mitglieder ebenfalls nicht (alle) an diese Alien und Thetanen Geschichte glauben – ich habe dazu mal ein interessantes Buch gelesen: Tom Cruise & die Scientology Verschwörung. In dieser Sekte geht es nur um eines: Geld verdienen, aber ich gebe Dir Recht – um so ein hohes Maß an Gehirnwäsche praktizieren zu können gehört schon eine Menge „Erfahrung“ oder die berühmt – berüchtigten Bestrafungen dazu. Ich war erschrocken, als ich gelesen habe, was Scientology betreibt, um ihre Schäfchen, in der „rechten“ Bahn zu halten und auch vorab schon planen, falls sich doch mal jemand überlegen sollte, dass das mit dem selbstständigen Denken doch gar nicht so verkehrt ist. Eigentlich verschaffen sie sich genügend Informationen über ihere Mitglieder (Sexuelle Vorlieben, Urängste, Gesetzesbrüche etc), dass es sehr schwer ist, dieser Sekte wieder zu entkommen…. LG Peppa

      • Aber natürlich würde es mich interessieren wies dir geht 🙂 Ich weiß nur nicht ob das hier per Kommentar der richtige Weg ist?
        Das mit dem Religionsunterricht und allgemein der ganzen christlichen Prägung hier ist mir eh total suspekt. Das fängt mal mit der Taufe an. Vor kurzem wurde mein Neffe getauft. Da wurd mir erst mal bewusst wie töricht ich das nicht finde, ein Kind als Baby schon in eine Kirche einzuführen, nur weil es durch reinen biologischen Zufall in einem christlichen Land geboren wurde. Das behielt ich natürlich nicht für mich. Aber meine Schwester hatte sich das in den Kopf gesetzt. Sie hatten ja auch kirchlich geheiratet. Es gehöre dazu. Sie war ja auch sehr glücklich gewesen, in der Gemeinde, und die Frau Pfarrer war auch immer voll nett zu ihr. (Ich hingegen habe mich dort nie wohl gefühlt – ich fühlte mich immer so als würde mir was aufgedrückt werden mit dem ständigen Grinsen im Gesicht, dem man nicht entkommen konnte.)
        Mein Vater hatte ein anderes Argument parat: Na, Kinder sollte man schon taufen. Sonst könnens a später nicht am Religionsunterricht teilnehmen, nicht kommunioniert werden (wegen dem Ausdruck bin ich mir gerade nicht sicher, wie gesagt bin evangelisch aufgewachsen), oder gefirmt werden. Ja – man würde also in seiner Vorstellung immer Ausgestoßener sein. HA hab ich mir gedacht. Schon witzig, dass meine Kirche einem Jahr bevor meine Erstkommunion stattfinden würde (wenn ich katholisch gewesen wäre) ein „Tauferinnerungsfest“ einführe. Kein religiöses Fest, bloß ein Ersatz für die Erstkommunion. Das sich aber durch die ausdrückliche Aufforderung kein weißes Kleid zu tragen abheben wollte. Welch Ironie. Und es zeigt einfach so gut, finde ich, wie verkarrt wir sind in solche Traditionen, alle bloß gleich sein sollen, damit niemand ausgestoßen wird. Dabei vergessen aber viele, wie du schon sagst, dass Staat und Religion getrennt sind – weshalb Religionsunterricht mal eh verwerflich ist. Es gehört einfach so viel getan – denn jeder Mensch ist toll – auch wenn er/sie nicht zur großen Masse gehört.
        Unbeachtet blieben für meinen Vater aber auch die zahlreichen Beispiele meiner Freunde, die eben ohne Kirche aufwuchsen, ohne Religionsunterricht. (Witzigerweise hatten diese dann Freistunde während wir etwas über Religion lernten) Sie waren genauso integriert. Und dass ich während dem katholischen Religionunterricht mit 3 anderen evangelischen Unterricht hatte, hat mich auch nie ausgestoßen. Da denk ich mir nur: kompletter Mumpitz.
        Übrigens, später wollte ich nicht mehr am ev Unterricht teilnehmen da mir der zu locker zu nichtssagend war – katholischen Unterricht fand ich immer viel spannender. Man lernte was, wirklich was. Wenn auch über Mumpitz 😉
        Liebe Grüße und sorry für das lange Kommentar 😉

      • Kommentare sind immer wilkommen, eagal wie lang oder kurz! Die Kirche steht in Deutschland unter dem Punkt: Tradition. Gab es schon immer und wird es immer geben. Deswegen machen sich die Leute auch gar keinen Kopf darum, und Taufen sind völlig normal. Wenn jemand sein Kind nicht taufen lassen ist, dann ist es unnormal 🙂 Ein Zitat von Friedrich Nietzsche passt hier gut rein: Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist. Oder: Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermütig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen uns Denker – im Grunde sogar ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht Denken! 🙂 Ich wünsche Dir einen schönen Tag! LG Peppa

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