Homophobie noch immer kein Schnee von gestern…….

In den Koalitionsverhandlungen strebt die SPD eine Einigung in der Homo – Ehe an. Sie möchte schwulen und lesbischen Paaren die Möglichkeit geben, eine Ehe zu führen und Kinder zu apoptieren. Jetzt sitzt die CDU/CSU natürlich in einer gewaltigen Zwickmühle, denn wie soll man „sowas“ bloß zulassen, wenn man das Wort „christlich“ im Titel trägt? Das beisst sich – und zwar gewaltig. Das letzte Gespräch mit den potenziellen Koalitionspartner mussten sogar vorzeitig abgebrochen werden, da die Situation zu verfahren war. Die Welt berichtete sogar von einem Streit….

Angeblich stellte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig die gesamte Koalition infrage, und äusserte sich kritisch, ob man unter solchen Umständen überhaupt den Koalitionsvereinbahrungen zustimmen kann.

Wenn es daran wirklich scheitern sollte, würde ich mich sehr freuen. Ich kann es ja bis heute nicht verstehen, warum man die CDU wählt – das ist allerdings ein anderes Thema. Aber wie lange soll die Diskriminierung denn noch weitergehen? Man muss doch allen Menschen das Recht auf eine gleichberechtigt und anerkannte Ehe geben, die anderen (Ehe) Partnern zu 100% gleichgestellt sind. Es ist erschreckend, dass  es noch immer Menschen gibt, die eine homosexuelle Neigung als nicht „normal“ erachten.

Da brauch ich gar nicht weit gucken. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine Diskussion mit meinen (zum Glück) jetzt EX-Schwiegereltern. Er und sie rennen jeden Sonntag in die Kirche – das ist aber schon alles, was darauf schließen lässt, dass sie in irgendeiner Art und Weise als christlich zu betiteln wären. Ach nein – das Beste hätte ich fast vergessen: Es wird vor dem Essen sogar gebetet! Allerdings nicht immer. Ich glaube nur an Sonntagen – aber auf keinen Fall, wenn wir auf der Terasse gegrillt haben – aber einiges habe ich anscheinend schon ganz gut verdrängt 🙂

Da saßen wir nun abends bei den Schwiegereltern im Wohnzimmer und kamen irgendwie auf das Thema „Schwul sein“. Da meinte mein Ex-Schwiegervater zu mir: „Die“ sind nicht normal – Männer dürfen nichts mit Männern „machen“, das steht so auch in der Bibel. Mit diesem Schwachsinn hatte er direkt meinen Kampfgeist geweckt:

Ich: Wo genau steht das denn in der Bibel?

Er: Na das steht da halt drin!

Ich: Wer definiert denn was normal ist?

Er: DAS ist auf jeden Fall nicht normal. Eine Mann MUSS mit einer Frau zusammensein. Alles andere ist ekelig, und ist auch unverzeihlich vor Gott.

Ich: (Augen bis zum Anschlag verdreht) Ach so, vor Gott also…. Nicht das ich mir viel daraus machen würde, aber heisst es nicht immer: Vor Gott sind alle Menschen gleich?

Er: (wird langsam ziemlich rot im Gesicht) fuchtelt wild mit den Händen und unterstreicht sein Gestammel indem er die ganze Zeit mit erhobenem Zeigefinger vor meiner Nase rumfuchtelt.

Ich: Du brauchst mich nicht anschreien, und ausserdem zeigt man nicht mit nackten Finger auf andere Leute – das hat zwar nicht Gott gesagt, aber dafür meine Mutter- und die hat eigentlich immer Recht.

Er: Wie konntest Du denn kirchlich heiraten, wenn Du nicht an Gott glaubst.

Ich: Ich glaube – aber an was und wie muss ich Dir mit Sicherheit nicht erklären.

Damit war das Gespräch beendet und die von mir bis dahin (unter größten Mühen) so liebevoll gespielte Beziehung zu meinen Schwiegereltern auch. DAS TAT GUT! Aber zurück zum Thema. Wenn wir mal nach Russland gucken, wird einem bewusst, wie heftig dort Schwule und Lesben bekämpft und bedroht werden.

Wenn man sich in Rußland öffentlich outet, muss man schon sehr mutig sein, denn dort hat kürzlich erst Putin noch einmal sehr deutlich gemacht, was er von Homosexuellen hält.  Zitat WIKI:

Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtliche Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland.

Dem ist nichts hinzuzufügen, denn es spricht für sich! Ein weiterer Blick nach Frankreich macht bewusst, dass es gehen kann und muss – auch wenn viel zu viele Idioten dagegen protestiert haben. Meiner Meinung hat Deutschland  die Pflicht  dieser Dikriminierung endlich ein Ende zu machen und Ländern wie Rußland deutlich zu zeigen, was man von so einem Verhalten hält,  indem deutsche Sportler den Olympischen Winterspielen in Sotschi fern bleiben z.B.. Wenn aber nicht mal unser Kanzlerin das so sieht…. steht alles andere wohl noch in den Sternen. Vielleicht sollte die EU sich mal solchen Themen annehmen,  zumindestens für die EU Mitgliedsstaaten  – aber die diskutieren ja lieber über Mentholzigaretten….

Advertisements

7 Gedanken zu “Homophobie noch immer kein Schnee von gestern…….

  1. „Die“ sind nicht normal – Männer dürfen nichts mit Männern „machen“, das steht so auch in der Bibel.“

    hey peppa,
    habe heute morgen auf ARTE „mea maxima culpa“ geschaut 😦
    einfach grauenvoll und wenn ich „kirche“ höre, verspüre ich mordsgelüste.. !
    die kirche verbietet die liebe unter männern..
    … aber bischöfe vergewaltigen kleine jungs und stehen danach auch noch unter dem schutz der kirche *tss*

    deine rezepte sind wieder sowas von lecker.. 🙂
    hab einen schönen tag..
    .. lg sternchen

    • Und dann vertuscht die Kirche diese ganzen Mißbrauchsfälle und kehrt es unter ihren „heiligen“ Teppich….. es gibt leider noch immer Leute, die zahlen freiwillig Kirchensteuer und unterstützen diesen Verein auch noch 😦

      Dir auch einen schönen Tag & LG Peppa

  2. Das Problem Ihrer Debatte ist, dass Sie auf dem Niveau Ihrer Gegner diskutieren.
    Es geht weder um Gott, noch Glaube oder die Bibel.
    1. „Normal“ kommt von dem Begriff „Normen“. Dies sind gesellschaftliche Institutionen ohne die eine solche erst gar nicht gäbe. Sämtliche Gesetze basieren auf Normen, sonst wäre z.B. das Stehlen kein Verbrechen. Würden Sie Kleptomanen (die ja auch „nichts für ihre Veranlagung können) als „normal“ bezeichnen.
    2. „Gleichstellung“ kann keine Macht des Universums erzwingen, wo die Natur es auch nicht vorgesehen hat. Die Schwulen hätten es leichter, wollten sie nicht die biologische Quatratur des Kreises fordern.
    3. „Schnee von gestern“ ist die rechtliche Anerkennung schon längst. Niemand interessiert es, was Erwachsene in ihrer Wohnung tun, und wenn sie durch ein Zusammenleben Steuern sparen, ist es auch egal. Nur eine „Ehe“ ist es niemals – egal welche Definition Sie dafür anwenden.
    4. Was die Öffentlichkeit angeht, ist das typische vulgäre und provokante Auftreten der Schwulen ein Bruch unserer Normen der Sittlichkeit. Das gilt ebenso für anstandsloses heterosexuelles Benehmen.
    5. Adoption. Diese Institution wurde geregelt um elternlosen Kindern ein einigermaßen natürliches Aufwachsen zu ermöglichen – NICHT um unfruchtbare Paaren einen Kindersegen zu bescheren.
    6. Schwule sind gerade 1% der Bevölkerung und in einer Demokratie geht es nunmal nach der überwiegenden Mehrheit (die übrigens in Russland auch ohne Putin gegen provokantes schwules Zurschaustellen in der Öffentlichkeit sind). Schwulen geht es eben gar nicht um einefache Integration. Sie wollen, dass ihnen diese Gesellschaft ihren exhibitionistischen Lebensstil unterstützt. Und wer dies nicht will, wird gleich zum „Homophoben“ gestempelt. Gleichgültigkeit wie ich sie empfinde, ist nicht erlaubt. DAS ist es was die Menschen an den Homos stört.

    • Zu 1) Es geht mir nicht um Kleptomanen, sondern darum, dass jeder Mensch das Recht darauf hat, lieben zu dürfen wen er will. Wenn Mann und Frau heiraten dürfen, dann doch auch bitte Mann + Mann und Frau + Frau. Das wäre für mich nicht nur NORMAL – sondern ebenfalls LOGISCH.
      Ich finde es schon recht grenzwärtig Kleptomane und Homosexuelle miteinander zu vergleichen. Kleptomanes Verhalten äussert sich durch verschiedenen Symptome und Beschwerden. Ich hoffe inständig, dass Sie nicht ebenfalls denken, dass homosexuelle Menschen „krank“ sind.
      Zu 2) Der Sinn dieses Punktes erschließ sich mir leider nicht. Das Universum ist auch nicht für unsere Politik und Gesetze zuständig, sondern die Herren und Frauen, die entscheiden können, ob homusexuelle Ehen geschlossen werden dürfen, die geichgestellt mit nicht-homosexuellen Ehen sind. Hier geht es um Gerechtigkeit.
      Zu3) Ich denke nicht, dass es in ihrer Macht liegt das entscheiden zu können. In diesem Punkt werden wir uns also leider auch nicht einig.
      Zu4) Autsch – dieser Satz tut mir beim Lesen in der Seele weh. Schwule automatisch mit vulgären und provokantem Auftreten zu verbinden finde ich schon heftig. Da sind wir direkt wieder bei Stichwort Homophobie – das wird im übrigen unter dem Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ geführt und dagegen richtet sich mein heutiger Post!
      Zu5) Lass ich mal so dahingestellt, allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass auch Homosexuelle durchaus in der Lage sind Kinder zu gebähren, man sollte daher dem Partner schon das Recht geben das Kind zu adoptieren, wenn es nicht das leibliche ist – um es dementsprechend absichern zu können! (Erbe etc.) Zudem ist ihre Definition von Adoption etwas einseitig.
      Zu6) Demokratie soll vor allem die Grundrechte schützen! In Rußland werden Homosexuelle verfolgt, mißhandelt und geschlagen. Die Täter werden nicht einal starfrechtlich verfolgt! Das ist absolut grausam – andere Worte lassen sich heirfür nicht finden: http://www.stern.de/panorama/misshandelt-und-gefilmt-wie-russische-neonazis-jagd-auf-schwule-machen-2069801.html Es tut mehr sehr leid, aber ihr Kommentar strahlt für mich keine Gleichgültigkeit aus, umso mehr Klischeedenken. Freundliche Grüße Peppa

      • Wir reden zum Teil aneinander vorbei, weil Sie bestimmte Formulierungen nicht verstehen wollen oder bewusst umgehen. aber es ist Ihr Blog und natürlich geht es um das Verbreiten Ihrer Überzeugung.
        Im Endeffekt, können Sie durch reines „Plädieren“ einen wirklich „Homophoben“ genauso wenig homophil machen. Die Politik wird immer populistisch Entscheiden – und nicht nach Vernunft.
        “ Wenn Mann und Frau heiraten dürfen, dann doch auch bitte Mann + Mann und Frau + Frau. Das wäre für mich nicht nur NORMAL – sondern ebenfalls LOGISCH“
        Wie können Sie nur eine tausendjährige Traditionen der Judeo-christlichen Kultur mit „Logik“ in Verbindung bringen? Dies beweist Ihre totale Ablehnung rationaler Bedenken. Logik wird bei Ihnen eher der politischen Korrektheit geopfert.
        Mit was wollen Sie denn die Ansprüche der Homos vergleichen, etwa mit denen der Juden?
        Niemand wird verfolgt oder mishandelt, wenn er sich anständig benimmt. Es ist doch eher das provozierende tuntenhafte Auftreten, was Ablehnung hervorruft. Wenn sich ein Schwuler in der Öffentlichkeit sittlich benimmt, braucht er sich auch nicht zu outen – weil es niemand interessiert. Aber um es abzuschließen, vielleicht darf ich Ihnen auch einen Link empfehlen: http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/03/05/homo-adoption-vs-kindeswohl/
        Ebenfalls, nette Grüße.

    • Das sehe ich ähnlich, allerdings sind ihre Ausführungen von Homosexuellen, hin zu Kleptomanen und nun zu Juden übergegangen. Ich hingegen habe zu allen ihren Punkten Stellung bezogen, nur lasse ich mir ebenso wenig ihre Meinung aufdrängen, da mir ihre Standpunkte völlig fremd sind, wenn sie die Gleichstellung von Homosexuellen als „unlösbare Aufgabe“ hinstellen, die diese doch einfach aufgegeben werden sollte. Genau! Sollen die sich doch einfach in ihren Wohnungen, hinter verschlossenen Türen verstecken. Dann muss dieses frevelhafte Verhalten auch niemand mit ansehen

      Judeo-Christliche Kultur? Ich gehe einfach mal davon aus, dass Sie wissen von wem und vor allem wo diese Begrifflichkeit entstanden ist. Schwupps sind wir auch schon wieder bei ihrem „eckigen Kreis“. Die jüdisch-christliche „Tradition“ erklärt sich einzig und allein über die gemeinsame Verwendung von Worten und darauf baut ihr „gemeinsames“ Fundament. Das dieses Bedeutungen absolut und total andere Bedeutungen haben, spielt dabei überhaupt keine Rolle – aber irgendetwas ist halt immer…. Immerhin hat die Adaption von Namen zumindestens Tradition – und das sogar schon länger als 1.000 Jahre 🙂 Wenn sie ihre Werte also aus dieser Tradition ableiten – prima. Ich hingegen kann ihre Meinung nicht im mindesten teilen.

      Kein Homosexueller sollte ich verstecken oder verstellen müssen, da scheint nämlich ihr Problem zu liegen – sie wollen keine Schwulen sehen, die Hand in Hand duch die Stadt laufen und ihre Zuneigung öffentlich zeigen. Mit ihrem Link konnte ich leider nicht viel anfangen, der ganze Artikel hat mich stark an eine typische ntv Reportage erinnernt : Experten sind sich einig, Wissenschaftler meinen – no added value- denn es gibt bereits eine Viezahl von Studien, z.B. die der bayerischen Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg, die mit derlei Vorurteilen aufräumt und belegt, dass sogenannte Regenbogeneltern genauso gute Eltern wie heterosexuelle Paare sind. Das Kindeswohl ist bei ihnen ebenso gewahrt wie in anderen Familien. Aber trotzdem danke – nur weil ich ihre Meinungen nicht teile, heisst es nicht, dass ich mich nicht für die Meinung von anderen Leuten interessiere, vielleicht finden wir ja zukünfig noch ein Thema bei dem wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

      Freundliche Grüße von Peppa

  3. Ein wirklich schwieriges Thema, liebste Peppa, vor allem, wenn man wie ich feststellen durfte, wie toll eine Freundschaft zwischen einem schwulen Mann und einer Frau sein kann. Da tun solche Diskussionen einfach nur weh.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s